Diskussion zu Willy von Unruh

Raumenergie Historie
Ecki
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01.03.2022, 11:11

Nana,
da habe ich schon aufgepasst, Rückwirkungen möglichst auszuschließen. :)
Habe auch eine Kompensationswicklung aufgebracht, mühsam getestet, noch nicht auf dem Bild oben drauf.
Bin aber ganz Deiner Meinung, daß das Matteucci-Signal nicht das ist, wonach wir suchen.
Viel zu viel Power nötig...

Soso, ab 150 kV gehts bei Dir los? Das kann fad werden, mit Influenz und so.
Ab 30 kV am Arbeitsplatz sträuben sich bei mir die letzten Haare, dann werde ich ziemlich Gottesfürchtig. ;)

LG, Ecki
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Dodes
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01.03.2022, 13:55

Servus Ecki,
ich glaube das "Leistung" das richtige Stichwort hier ist. Um die Größe des gesuchten Signals einzuschätzen, kann man ja auch das Pferd von hinten aufzäumen.

Wenn ich einen Kondensator mit 1µF auf 10V auflade habe ich E = 0,5 x 1µF x 10V^2 = 50µWs an Energie gespeichert. Wenn ich das aber jetzt mit f=200kHz zyklisch wiederhole,
kommt man auf 200kHz x 50µWs = 10Ws oder 10W Leistung. Ich glaube nicht das der Unruh Kasten im kW Bereich Leistung abgegeben hat, sondern ehr so max. 30-40W.
Wenn ich das jetzt auf die Platteneben und Frequenz runterteile, 35W / 15 Ebenen / 200kHz = 11,7µW Zyklusleistung je Ebene. Und wenn ich jetzt noch die Leitungslänge
je Ebene sehe, dann sind das doch bestimmt 10m Draht, dann leistet 1m Draht grade mal 1,7µW je Zyklus. Ich würde daher den Draht schon gut geschirmt in einer EM freien
Box vermessen, denn was heute alles in der Luft so an EM rumpulst, dürftestet diese Leistung schon fast ohne Zusatzbeschaltung einfangen können. :lol:

Ja, Hochspannung ist goil, ich liebe es PE Prostpekthüllen A4 auf beiden Seiten mit AL-Folie zu belegen, dann 45kV dran und warten das sich das Dielektrikum gut mit
Elektronen vollsaugt, danach unter Spannung beide AL-Folien abziehen. ;)  Jetzt Jemanden die Prospekthülle auf den Schreibtisch legen und abwarte, bis er sie
mit beiden Seiten in die Hand nimmt. :lol: 

Gruß
Dodes
Ecki
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02.03.2022, 17:03

Servus Dodes,

"... Jetzt Jemanden die Prospekthülle auf den Schreibtisch legen..."
Nein, sowas tut man nicht! :mrgreen:

Du hast schon Recht, wenn Impulse dabei sind, treten sehr unerwünschte Effekte auf.
Ein wuchtiger Kondensatorlader meines Kollegen stört mein Oszi auf 10m Entfernung.

Ich habe bisher mit Sinus angetrieben, dadurch überschaubare Störungen und mein Ausgangssignal war relativ hoch, reichte auch für ein kleines Glühbirnchen.
Allerdings nur mit Nickel-Eisen Drähten, da sind die Verluste soviel geringer, daß ich den "Matteucci-Versuch" auch Dauerstrich laufen lassen konnte.

Evtl. da noch mal weitermachen, denn wie Coler leider schrieb, "Unruhs Patente waren blühender Unsinn und bewusste Irreführung".
Welchem von den beiden "Schlitzohren" soll man nun eher glauben?

„Die Umschau“, Band 34, 1930  

Zur Frage 745h (746b?), Heft 47. Atomzertrümmerung, Erfindung eines Herrn Unruh.


Näheres über die Schwindeleien des Herrn Willi Unruh (alias Freiherr von Unruh) dürfte nur aus den Strafakten der Berliner Gerichte zu entnehmen sein.
Den Abschluß der Angelegenheit bildete eine mehrjährige Gefängnisstrafe, zu der Unruh im Januar 1925 verurteilt wurde.
Ueber die technische Seite der Sache kann ich einige Auskunft geben, da ich sie längere Zeit prüfen konnte.
Ich halte die gezeigten Phänomene zweifellos für echt; der Erfolg der Erfindung scheiterte aber hauptsächlich an der Person und dem Charakter Unruhs. Wahrscheinlich ist, daß er sich die Erfindung eines jungen Kölner Ingenieurs unberechtigt nach dessen Tode angeeignet,
das Wesentliche aber nicht erkannt hat und demgemäß nicht imstande war, geeignete Patentgrundlagen zu schaffen.

Seine Patente waren blühender Unsinn und bewußte Irreführung.  

Berlin      H. Coler

Schönen Gruß,
Ecki
 
Ecki
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02.03.2022, 17:39

Noch eine Überlegung,

die Leistungen, die Du veranschlagt hast, finde ich auch glaubhafter, als "5000 Watt" oder auch "5000 Kerzen".
40 Watt auf gute, weiße Geissler Röhren, und sauhell wird's. :D

Ecki
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Dodes
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02.03.2022, 20:28

Servus Ecki,

ja da ist schon was wahres dran was Coler sagt. Das ganeu ist an der Person gescheitert und nicht am Phänomen selbst.
Die Leistungsangaben sind immer so ne Sache, da wird auch heute noch kräftig in der Werbebranche geflunkert. :D

Ich werde jetzt erst mal entspannen, bei Start-Up des SAQ Grimenton Maschinen Senders. :) Echt interessant wie die den Sender hochfahren müssen und wie fett der Magnetverstärker ist. :lol:

SAQ Grimeton Start Up

Gruß
Dodes

 
Ecki
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05.03.2022, 07:46

Hallo Dodes,

hab mir das Video angesehen, sehr interessant.
Die 17,2 kHz zu empfangen, stelle ich mir nicht so einfach vor...

https://www.amateurfunk-bruchsal.de/cnt ... imeton-saq

LG, Ecki
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10.03.2022, 20:35

Servus Dodes,

nachdem auf dem Arbeitsplatz wieder Platz ist, will ich nochmal Versuche starten mit NiFe50-Draht, 50% Nickel.
Der "schnackelt" auch sehr schön. Und dann diesen mit einem Schwingkreis an den Drahtenden kombinieren...

Dazu gibt es die Möglichkeiten:
Geglüht oder kalt gezogen, von mir verdreht und/oder gestreckt, eingezwickt in ein "Lathe Collet", wie im BIOS Report beschrieben...

Ich hänge einen Ausschnitt aus diesem Report dran, der mir besonders gefallen hat,
da geht es um Colers Schwierigkeiten mit den "Magnets", damit sind aber m. E. die "Piano Wires" gemeint, nicht die dicken Stäbe.

Ecki


Magnets 01.jpg
Magnets 01.jpg (210.02 KiB) 2430 mal betrachtet


 
Ecki
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11.03.2022, 09:48

Korrektur,

ich meinte den AVIA Report, nicht BIOS.

LG, Ecki
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Dodes
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13.03.2022, 16:38

Hallo Ecki,

so jetzt habe ich mich mit beruhigenden 17.2kHz befasst, ein bißchen Morsen geübt und jetzt bin ich wieder für den pulsierenden 5GHz Wahnsinn bereit. :D

Ich finde es nicht verkehrt die Versuche mit dem Draht wieder aufzunehmen, die mag. Parameter sind in der Tat stark von der mechanischen Bearbeitung
abhängig und nicht allein nur von der chemischen Zusammensetzung.

Warum gehst Du gleich auf einen NiFe50 Draht, Pianodrähte sind allgemein "Federstähle" in der Richtung X10CrNi18-8/51CrV4? Auch möchte ich
darauf hinweisen, das starke magnetische Beanspruchung von Drähten, zu einer irreparable Veränderung der magnetischen Parameter führen
kann. Wenn Du die Drähte also mechanisch/thermisch "formierst", solltest Du diese elektrisch/magnetisch mit geringen Intensitäten "prüfen"
sonst führt die Prüfung selbst zu ungewollten Veränderungen!

Ich würde als Prüfsignal auch die Pulsform mit einem rechteck Puls bei Tastverhältnis 10%/90% durchführen, der induktive Anteil des Prüflings
"biegt" sich den Strom schon selbst so zurecht, wie er diesen am besten konvertieren kann (mag. Feld). :thumbup:

Viele Grüße
Dodes
Ecki
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02.04.2022, 14:58

Hi Dodes,

hatte mal Pause, sprich Quarantäne und toll war es nicht.
Damit hätte ich das endlich hinter mir. ;)
Esoterische Versuche werde ich bald machen, mir gehts wieder gut.
Ich hoffe und wünsche erstmal, daß es Euch Allen an nix fehlt...

LG, Ecki
 
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Dodes
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02.04.2022, 18:06

Hallo Ecki,

das freut mich zu hören, dass Du ohne bleibende Nebenwirkungen diesen blöden Erreger abgeschüttelt hast.
Leider ist der Schutz gegen diese blöde Variante nicht von dauer, so dass in ein paar Monaten durchaus ein neuer Befall möglich ist.
Vieleicht haben wir aber auch Glück, und Jemand erfindet dagegen ein Nasenpray oder sowas in der Art 😁
Das mit den esoterischen Versuchen ist gut, Funker und ich haben uns auch dazu entlossen die letzten Punkte auf unserer C-Liste (C = Coler) anzugehen,
da sind noch ein paar Versuche offen geblieben. :D 
Bis wir allerdings den E-Technik Teil angehen können, müssen noch ein paar chemische Vorgänge bewerkstelligt werden die nicht ganz ohne sind,
leider kommen wir mit Drähten allein, bei unserem Projekt ja nicht weiter. 😉
Mal sehen ob wir dem Mangel an Heizstoffen zum Opfer fallen, aber solange noch Erdgas verfügbar ist sollten wir den Schmelzofen auf touren bringen
und noch ein paar Rezepturen ausprobieren. :D

Gruß
Dodes

 
Ecki
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03.04.2022, 02:23

Servus Dodes,

das klingt geheimnisvoll, willst Du die "Kalte Fusion" starten?

Ecki
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Dodes
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03.04.2022, 09:56

Hallo Ecki,

nein Fusion ist nicht notwendig nur ordentliche Temperaturen, zum "Weichglühen", "Anlassen" und "Härten" der Prüflinge.

Gruß
Boris




 
Ecki
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03.04.2022, 11:21

Hallo Dodes,

so, ich habe beschlossen, eine gewisse "Geheimniskrämerei" meinerseits aufzugeben.
Mir ist vor Jahren aufgefallen, daß bei den "Wagner'schen Hämmern" früher oft ein Platinkontakt für den Unterbrecher verwendet wurde.
Dieser wurde irgendwie in die Stahlfeder eingenietet.
Erstaunlicherweise findet man in der heutigen Spintronik immer wieder Platin als Katalysator für den Spinstrom.



Pt.JPG
Pt.JPG (94.55 KiB) 1991 mal betrachtet


Universal Electromotive Force Induced - Yang 2009.pdf
(478.97 KiB) 44-mal heruntergeladen

Habe mir schon Blattplatin und dünnsten Platindraht besorgt, damit meine Stahldrahtenden umwickelt, usw.: Keine besonderen Vorkommnisse.
Es muss auch m. E. ein Schwingkreis dran, damit schön Strom in der richtigen Phasenlage fließt.

Nun denk ich mir: Keine Geheimnisse, sollen Andere das auch probieren; Hauptsache, es tut sich was.

Nachfolgender Zeitungsartikel zur Erinnerung mit schönem Gruß,
Ecki


Berliner Börsenzeitung 22.05.1924   

Gerichtssaal. 

Besichtigung des „Stromerzeugers U".

Am Schlusse der gestrigen Sitzung in dem Betrugsprozess gegen den "Freiherrn v. Unruh" hatte der Vorsitzende angeordnet,
daß der geheimnisvolle Stromerzeuger U. vorgeführt werden soll.
Der Apparat befindet sich in dem Laboratoriumsraum des Neo Energie Syndikats im Hause Kolonnenstraße 24 in Schöneberg.
Bei Beginn der heutigen Sitzung teilten die jetzigen Leiter des Laboratoriums mit, daß es aus technischen Gründen nicht möglich gewesen sei,
den Apparatwegen seiner Schwere und anderen Transportschwierigkeiten nach dem Gerichtsgebäude zu schaffen und in Moabit aufzustellen.
Das Gericht sah sich daher genötigt, eine Besichtigung des Apparates durch die Sachverständigen im Laboratorium selbst vorzunehmen.
Es begaben sich die beiden Richter und Schöffen, Staatsanwaltschaftsrat Schwandtke und die Verteidiger in Begleitung der Angeklagten und der
Sachverständigen zu dem Laboratorium.
Der Apparat befindet sich dort in einem großen Laboratoriumsraum. Er hat eine Höhe von etwa 50 cm und eine Breite von 2 m.
Innerhalb eines Lattengerüstes sieht man in dem Apparat parallellaufende dicke Kupferplatten, zwischen ihnen sind Spulen,
Elektromagneten und ein Gewirr von Drähten.
Über den Apparat selbst hat der Angeklagte im Laufe der Voruntersuchung folgende Angaben gemacht:
Der Apparat beruht auf der Theorie von Lord Rutherford von der Atomzertrümmerung.
Er stellt eine Anordnung von zwei Elektromagneten dar, die sich zwischen zwei Systemen von Kupferplatten befinden.
Die Kupferplatten sind untereinander durch ein Metall verbunden, welches gewisse, schon früher bekannte physikalische Eigenschaften besitzt.
Dem Stromerzeuger wird der Strom aus Batterien zugeführt. Die aus diesen Batterien zugeführte Elektrizität soll lediglich dazu dienen, den Apparat in
einen Zustand zu versetzen, der aus dem aufgesammelten Vorrat latenter elektrischer Energie einen Teil in den elektrischen Strom verwandelt.
An Ort und Stelle wurde zunächst festgestellt, dass der im Laboratorium befindliche Apparat nach Angabe der Zeugen derselbe sei,
der jahrelang funktioniert habe.
Der Angeklagte Unruh erklärte jedoch, daß der Apparat gegenwärtig in nicht funktionsfähigem Zustande sei, da verschiedene Elemente und Teile
abmontiert wären.
Es würde tagelanger Arbeit bedürfen, um den Apparat wieder in Gang zu bringen.
Der Angeklagte will zu dieser Arbeit bereit sein, wenn ihm Gelegenheit geboten würde, ungehindert arbeiten zu können.
Sodann erklärte der Angeklagte den Sachverständigen die Einrichtung des Apparats und die Schaltungen.
Er ließ sich auch herbei, Angaben über die Theorie des Apparates zu machen, allerdings geschah das in einer sehr verschleierten Form, da er immer
von der Furcht ausging, durch eine zu eingehende Schilderung sein Geheimnis den Fachleuten zu verraten, so daß ihm seine Erfindung aus der Hand
gewunden werden könnte.
Damit war der Lokaltermin beendet und die Verhandlung wird am Nachmittag in Moabit ihren Fortgang nehmen. 

 
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03.04.2022, 17:10

Hallo Ecki,

also bei Platin (Pt) würde ich zumindest an seine Eigenschaften als Katalysator denken und nicht an Atomzertrümmerung. :lol:  Bild
Willy von Unruh war echt ein Unruhestifter seiner Zeit. Da dürften die Aussagen von Hans Coler schon zutreffend sein, das die Patente
von Unruh "Unsinn" sind.
 
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03.04.2022, 20:01

Hallo Ecki,

hier mein Nachtrag zu dem Wagnerscher Hammer und den Kontakten:

"Werkstoffe aus Platin-MetallenZur Platingruppe zählen die Elemente Pt, Pd, Rh, Ru, Ir und Os (Tab. 2.6). Für Anwendungen in der Kontakttechnik haben Platin und Palladium als Legierungsgrundmetalle sowie Ruthenium und Iridium als Legierungsbestandteile praktische Bedeutung. Pt und Pd sind zwar ähnlich korrosionsbeständig wie Au, neigen aber aufgrund ihrer katalytischen Eigenschaften dazu, an der Kontaktoberfläche adsorbierte organische Dämpfe zu polymerisieren. Bei Reibbeanspruchung der Kontaktpartner entsteht dabei als Polymerisationsprodukt das sog. brown powder, das zu einer starken Erhöhung des Kontaktwiderstandes führen kann. Daher werden Pt und Pd nicht rein, sondern ausschließlich in Legierungsform für Kontaktzwecke eingesetzt."

Es wird wenn, als Legierung genutzt da sonst auch Platin zu Übergangswiderständen beim Abbrand neigt.
 
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Dodes
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03.04.2022, 20:12

Hallo Ecki,

hier mein Nachtrag zu dem Blochwände "schubsen". Ich habe es überflogen und verstehe nur "Bahnhof" :lol:  Also das Blochwände ja irgendwie "federnde" Eigenschaften haben
ich wohl bekannt. Und das dieses sich beim magnetisieren ehr "sprunghaft" bewegen wohl auch. Ich stelle mir das einfach wie diese alten schwarzen Drehlichtschalter vor,
Oma hatte auch so einen zu Hause. Zuerst wird eine Feder langsam gespannt und ab einem bestimmten Kraftpunkt, dreht sich der Schaltkontaktgeber dann Sprunghaft bis zur nächsten
Schaltstellung vor und nimmt den Drehknopf dann mit. Magnetisch äußert sich das ja in den Barkhausen Sprüngen, da die Magnetisierung eines Kernmaterials sich "sprunghaft" treppenförmig
ändert, lassen sich die Barkhausensprüngen gut mit einer Spule hörbar machen. Die Pulse sind aber das Resultat, der zuvor "federhaften" Magnetkraftspeicherung, wie bei den
Drehlichtschaltern, also wird da auch nicht mehr rauskommen als man vorher aufgewendet hat.

Gruß
Boris
 
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06.04.2022, 18:51

Servus Dodes,

so ganz hat der Rutherford wohl doch nicht Recht behalten...

Denke aber, Willy hat selbst nicht geglaubt, dass in seinem Apparat die "Atomzertrümmerung" stattfindet.
Da hat er sich m. E. drangehängt, um sich mehr Glaubwürdigkeit zu verschaffen.

Platin hat, wie die anderen Metalle der Platingruppe eine hohe "Spin-Bahn-Kopplung".
An z.B. einem "Py-Pt-Übergang" (Permalloy-Platin) kann der durch Domänenwandverschiebung erzeugte Spinstrom
in einen Ladungsträgerstrom umgewandelt werden. Dabei hat mich das Platin an einen Katalysator erinnert. :)
Siehe auch unter "SHE" (Spin-Hall-Effekt) bzw. "ISHE" (Inverser Spin-Hall-Effekt).
Das ist jetzt seehr kurz zusammengefasst, hab ich mir über die letzten Jahre angelesen. ;)

Dann gibt es da noch das "Sixtus-Tonks Experiment" von 1931.
Damals hatten sie einen langen (ca. 1m) Nickel-Eisendraht in eine noch längere Spule gesteckt.
Der Draht wurde unter starke Zugspannung gesetzt und bildete dadurch eine einzelne Domäne (angeblich).
Er konnte also über seine ganze Länge nur 2 magnetische Zustände einnehmen: N-S oder S-N.

Dann wurde durch die lange Spule ein nur so hohes Gegenfeld erzeugt, dass der Draht gerade noch nicht "umkippte".
Durch eine kleine Triggerspule an einem Ende des Drahtes wurde nun ein zusätzlicher Strom geschickt, es genügte ein Impuls.
Das war der Zündimpuls, sozusagen, danach kippte der ganze Draht um.
Mit 2 weiteren Spülchen auf dem Draht, mit definiertem Abstand zueinander, hat man die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Domänenwand gemessen,
unterschiedliche Werte, je nach Draht und Spannung, auch bis Überschallgeschwindigkeit...

So, wenn diese Domänenwand längs durch den Draht rauscht, schiebt sie eine "Wolke von Spinstrom" vor sich her.
Dieser muss am Ende nur noch vom Platin eingesammelt und umgewandelt werden, und Strom kommt raus.

So wird es in etwa in dem o. g Artikel "Universal Electromotive Force Induced by Domain Wall Motion" beschrieben.

Pt 2.JPG
Pt 2.JPG (18.68 KiB) 1858 mal betrachtet


Neuerdings wurden diese Experimente in der Spintronik wieder aufgenommen, allerdings mit amorphen "Microwires" oder dünnen Schichten,
die bilden nach entsprechender Behandlung von Haus aus nur eine Domäne, es gibt nur einen Riesen-Barkhausensprung.

Nachfolgend eine Beschreibung zum Experiment von 1931, es ist nur die Zusammenfassung, keine Sorge.

https://journals.aps.org/pr/abstract/10 ... Rev.37.930

Habe das mal durch den Google Übersetzer gejagt:


"Große Barkhausen-Diskontinuitäten wurden zuvor von Forrer und von Preisach in Nickeldrähten bzw. hartgezogenen Drähten der Nickel-Eisen-Reihe unter Spannung beobachtet.
Eine Vorhersage, dass diese Diskontinuitäten in Form einer Ausbreitung entlang des Drahtes auftreten, ausgehend von einem Kern, wurde nun bestätigt.


Bei den Experimenten wurde die Ausbreitung durch ein zusätzliches lokales Feld an einem bestimmten Punkt auf dem Draht gestartet, der sich in einem homogenen Magnetfeld befand, und die Geschwindigkeit wurde durch Messen des kurzen Zeitintervalls bestimmt, zwischen dem Durchgang durch zwei Suchspulen um den Draht herum.

Bei einem festen Spannungswert am Draht ändert sich die Geschwindigkeit v ungefähr linear mit dem angelegten gleichförmigen Feld H, so dass v=A(H−H0).
A ist die Steigung der Geschwindigkeitsfeldkennlinie und H0 wird als kritisches Feld bezeichnet.
Die gemessenen Geschwindigkeiten reichen von 500 bis 40.000 cm sek−1.
H0 variiert mit der Zusammensetzung, dem Grad der Kaltumformung und der auf den Draht ausgeübten Spannung.
Eine zunehmende Spannung reduziert das kritische Feld über den größeren Teil des Zusammensetzungsbereichs der Ni-Fe-Legierung.
Das Verhalten von H0 bei zunehmender und abnehmender Spannung zeigt das Vorhandensein einer elastischen Hysterese.
A ist nahezu konstant für Änderungen der Spannung, des Drahtdurchmessers und der Drahtzusammensetzung und ist für einen Streifen gleich. Sein Wert beträgt etwa 25.000 cm sek−1 Gauss−1.

Das Vorhandensein von Wirbelströmen begrenzt die Geschwindigkeit, mit der Magnetismus den Draht durchdringen kann.
Eine grobe Berechnung dieser Zeit ergibt Werte in der Nähe von 10 hoch-2 Sekunden.
Eine Diskontinuität, die sich mit 10 hoch 4 cm pro Sekunde bewegt, nimmt am Draht eine Länge von etwa 100 cm ein.
Dies wurde sowohl durch Messungen der in einer Suchspule induzierten Spitzenspannung als auch durch Oszillogramme der induzierten Spannung belegt.

Die beobachteten Durchlaufzeiten stimmen gut mit den theoretischen Durchbruchzeiten überein.
Es wird angenommen, dass die Konstanz der v – H-Steigung für Drähte mit unterschiedlichen Durchmessern anzeigt, dass die Geschwindigkeit eher von Oberflächenphänomenen
als von Volumenphänomenen abhängt.
Die Geschwindigkeit würde somit durch Bedingungen bestimmt, die in der Nähe der Vorderkante der Diskontinuität herrschen, wo die Durchdringung noch gering ist.
Es wird angenommen, dass das kritische Feld einen Schwellenwert des Magnetfelds darstellt, der an allen Punkten des Drahts überschritten werden muss,
bevor eine Umkehr des Magnetismus auftreten kann.
Der Überschuss des eingeprägten Feldes über den kritischen Wert wird während der Ausbreitung durch die aus den Wirbelströmen entstehenden Felder aufgehoben.
Ein mögliches Bild der Diskontinuität ist eines, bei dem die Umkehr innerhalb eines winzigen Abstands von einer ungefähr konischen Oberfläche im Draht auftritt,
wobei die Kante der Basis des Kegels die Vorderseite der Welle bildet.

Die von Preisach vorgebrachte Erklärung für die gefundenen asymmetrischen Hystereseschleifen bei Verkleinerung einer Grenze des Magnetisierungszyklus wurde erweitert.
In diesem Fall wirken magnetische Inhomogenitäten als Keime.
Eine mechanische Verzerrung führt Inhomogenitäten einer anderen Art ein, die ebenfalls zu einer sehr leichten Keimbildung führen.

Die bei Torsion gefundenen Phänomene sind komplizierter als bei Spannung. In einigen Fällen zeigt die Steigung der v-H-Linien eine merkliche Variation mit der Richtung der Verdrillung.
Die Ergebnisse von Versuchen mit verschiedenen Zusammensetzungen der Nickel-Eisen-Reihe werden sowohl unter Zug als auch unter Torsion beschrieben,
aber es können bisher keine neuen Beziehungen zu anderen Eigenschaften dieser Legierungen gegeben werden.

Die Theorie von R. Becker, die H0 mit Koerzitivfeld identifiziert, wurde mit unseren Ergebnissen verglichen.
Es scheint, dass in den meisten Fällen eine erhöhte elastische Spannung und eine erhöhte Kaltverformungsspannung H0 in entgegengesetzte Richtungen verschieben.

Erhalten am 28. Februar 1931 DOI: https://doi.org/10.1103/PhysRev.37.930 ©1931 Amerikanische Physikalische Gesellschaft"



 
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Dodes
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06.04.2022, 21:32

Hallo Ecki,

ja das ist ja alles gut und schön, das wäre dann keine direkte Induktion sondern ehr Elektronen mit Blochwänden schubsen,
aber um die Blochwände zu schubsen,muß man vorher Arbeit in Form eines änderlichen Feldes bemühen um über die Feldkraft, dann die Blockwand zu bewegen.
Wenn die Blochwand dann aber verschoben ist, hat sich das Feld in der Spule geändert, folglich ist die nachfolgende AbschaltInduktion der Erregerspule dann geringer,
da ein Restfeld zurückbleibt, welches nicht mehr zur Induktion zur Verfügung steht, was physikalisch völlig richtig ist, weil ja an den Elektronen über die Blochwand
Arbeit verrichtet wurde. Genau dieser Betrag an verrichteter Arbeit, wurde somit der Erregerspule entnommen.

Erinnert mich an die parametrischen Schwingungen, die Felder beinflussen sich zwar nicht direkt, sondern nur über die Änderung der dymanischen Permeabilität des
Materials, aber dennoch bleibt bei aller Optimierung der Wirkungsgrad <<1 und nährt sich nur dem Wirkungsgrad der direkt induktiven Kopplung an.

Ich würde ja ehr an Neutrinos denken, ohne jegliche Wechselwirkung durchdringen auf der Erde etwa 70 Milliarden Neutrinos pro Quadratzentimeter und Sekunde Alles
und Jeden, wobei die Sonne 3% ihrer Energie als Neutrino Strahlung abgibt. Jedes Neutrino hat eine Energie von etwa 10 PeV = 1,6mJ x 70 Milliarden = 112,14MJ/s(cm2) = 31,15kwh/s(cm2) :D 

Gruß
Dodes
Ecki
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11.04.2022, 21:31

Hi Dodes,

natürlich hast Du damit vollkommen Recht.
Würde mir nie erlauben zu behaupten, dass beim "Blochwandschubsen" mehr Energie rauskommen soll als rein.

Mich interessiert halt im Zusammenhang mit Herrn v. Unruh, was in einem ferromagnetischen Leiter vor sich gehen kann.
Einige Berichte über moderne Experimente mit ferromagnetischen "Microwires" waren da schon hilfreich.
Wie weit sich das auf "Maxiwires" übertragen lässt, steht (noch) in den Sternen.
Gemäß Sixtus und Tonks soll sich eine "Single Domain" durch mechanischen Stress auch in dickeren Drähten herstellen lassen.

Ich bekenne mich zum Ersten Hauptsatz der Thermodynamik, jawohl.
Es gibt da noch einen Zweiten Hauptsatz...

LG, Ecki
 
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