Diskussion zu Willy von Unruh

Raumenergie Historie
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Dodes
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31.01.2022, 17:38

Hallo Ecki,

ja die 180kHz waren nur für den Magnetstromapparat angegeben worden, beim Stromerzeuger war darüber keine Rede mehr. Beim zuvor erwähnten waren ja auch zwei
Kondensatoren mit im Spiel, da kann ich mir von der Schaltung her noch zwei Serien-Resonanzkreise gut vorstellen, wenn auch merkwürdig miteinander verkoppelt.
Bei Stromerzeuger gabs dann nur noch "Plattenspulen" welche den von dem Unruh Apparat sehr sehr nahe kommen, im Prinzip sind diese Plattenspulen ein bißchen wie
eine Eimerkettenschaltung oder Verzögerungsleitung (alte PAL Fernseher 64µS) nur eben stärker kapazitiv als induktiv ausgerichtet.
Die Beschreibung "Elektrischen Wind" kommt nur beim Stromerzeuger vor nicht beim Magnetstromapparat, ich würde ja ehr "Ionenwind" behaupten im DC Hochspannungsbereich
ja was normales. Ich hatte mal meine Erfahrung mit einem "wild" gewordenen DST für große Trinitronröhren mit 140kV Nennspannung :D Als das Mistvieh mit dem Treiber
in Resonanz getreten ist war dem sein Aufruck sowas von egal, der gab alles was er konnte, ich schätze ich habe die 500kV locker geknackt. Der hat innerhalb von Sekundenbruchteilen
die Luft derart ionisiert, das es mir nicht mehr möglich war den Schalter des Labornetzteils zu betätigen, geschweige denn irgendetwas in der Kellerwerkstatt anzufassen,
ohne derart eine gewartscht zu bekommen. :D Mußte echt den Raum verlassen und den Leitungsschutzschalter bemühen, um dem Spuck ein Ende zu bereiten  :lol:
Vieleicht gingen es Coler und Unruh ähnlich, warum sie es so ausdrücklich auch erwähnen.
Nur sind uns niemals eine DC oder AC Hochspannung bei allem treiben von Eisen- oder Magnetstäben über den Weg gelaufen, auch der Aufbau des Magnetstrom
Apparates, spricht ehr gegen hohe Spannung, weil die Strecken viel zu niederohmig sind, da müssten dann dann schon MegaAmpere Pulse fließen, um in den kV Bereich
zu kommen, das würde ich aber wieder wegen den 6V Trockenbatterien auschließen wollen.
Interessant ist aber in dem Zusammenhang das Coler von "Space-Elektronen" gesprochen hat, also irgendwas muß schon in der Luft gewesen sein, wenn die Dinger liefen.

Gruß, Dodes

 
Ecki
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04.02.2022, 16:23

Servus Dodes,

" ...im Prinzip sind diese Plattenspulen ein bißchen wie
eine Eimerkettenschaltung oder Verzögerungsleitung... "

Genau darüber hab ich auch so oft gegrübelt, ob die Einkopplung über eine "Platte" gegenüber einer Flachspule etwas Anderes ist, als lauter kleine Kondensatoren an jeder Windung, und, und...

Jaja, beim "Elektrischen Wind" meinte ich schon den Kasten, das Sechseck wird nicht sehr "geblasen" haben. :mrgreen:

Was meinst Du mit "DST"?
Trinitronröhren sagen mir noch was, habe das edle Radio- und Fernsehtechnikerhandwerk darselbst erlernt, lang ist's her.
Den Untergang erahnend, habe ich damals rechtzeitig den Absprung geschafft. :?  

LG, Ecki
Ecki
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04.02.2022, 17:23

Ein Nachtrach,
das bin ich dem Fernseh-Job schuldig...
Kann froh sein, das "alte Zeugs" noch lernen zu "durften", Röhrentechnik kam 1985 noch dran, aber spartanisch.
Schon in meiner Drangzeit hat mich die "noch ältere Technik" begeistert.

"Die Erstaunliche Kombinationsgabe des Erfinders"... einem Untersuchungsbericht über den Unruh-Kasten entnommen.
Damals mussten alle Entwickler kombinieren, da konnte man nicht einfach Transistoren "drüberstreuen".

Schönen Gruß,
Ecki
Zuletzt geändert von Ecki am 04.02.2022, 19:25, insgesamt 1-mal geändert.
Ecki
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04.02.2022, 18:08

Noch'n Nachtrag,

hat der Willy Unruh nun kombiniert, oder betrogen?
Das Grübeln hat mich halt wieder:

Warum sollte Willy für den Riesen-Beschiss gegenüber Nichttechnikern solch einen Aufwand betrieben haben, mit funktionierendem Resonanzkreis?
Bringt nicht viel Show, wenn nix schwingt.

Dann, der Hans Unruh hat bei seinem Goldmachen-Betrug auch mit "Lichtzauber" gearbeitet.
Beide Brüder haben mit Licht gezaubert.
Haben die evtl. doch die Ruhmkorff-Lampe perfektioniert?

LG, Ecki
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Dodes
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04.02.2022, 20:40

Hallo Ecki,

ja die Eimerkettenschaltung ist bei Unruh schon auffällig, weil der für die beiden Platten die Wicklung "gleichrichtig" aufgebaut hat,
heißt die Windungen von einer Richtung her über die Platten hinweg führt.
Ein "DST" ist ein Dioden-Splitt-Transformator, welcher die Beschleunigerspannung für die Bildröhre gleich als DC mitliefert und mit
einer hohen Frequenz getrieben wird 20-200kHz , statt mit der Zeilenfrequenz wie beim Zeilentrafo.
Ich bin ja auch RuF Techniker Geselle und dann in die IT gewandert, ja das mit der Kombinationsgabe ist völlig richtig, wenn man die
Grundschaltungen alle kennt und wie die beim PAL Farbsignal durch Laufzeitverzögerung und Diffenrezfarbsingal es geschafft haben,
ein Signal zu generieren, welches völlig kompatibel zu alten SW Geräten bleibt und trotzdem Farbe, Stereo-Sound und Videotext für die
neuen Geräte inne hatte ist schon irre. Heute wird der Standard alle 2 Jahre geändert und kannst alles alte in Tonne koppen und Dir
neue kaufen, damit Du wieder was sehen kannst. Sage ja nur DAB und DAB2 und DVB-T und DVB-T2 :lol: Egal
Das mit der Ruhmkorff-Lampe würde schon passen, zu der Zeit kam doch die Neonreklame auf, die Röhren brauchen ja kaum Energie
nur eben HV AC Power, um zum leuchten gebracht zu werden, das ist ja nicht mit Leuchstofflampen zu verwechseln.
Das würde auch zu der Werbeanzeige aus der Zeitung passen, das er noch Vertreter für den Vertrieb suchte.
Neon Netztrafos mit HV Ausgang, waren zu der Zeit ehr Öl gefüllte Mülleimer und bestimmt nicht ganz billig, weil durch die
niedrige Netzfrequenz eben große Traffos von nöten waren. Mit seinem Apparat konnte man eben aus einer DC Quelle
wie Trockenbatterien eben eine HF-HV Spannung generieren und damit die Röhren treiben. Das kann natürlich in der
Anschaffung günstiger gewesen sein, als Netz-HV Trafos? Vieleicht konnte er deswegen den Duchbruch nicht erreichen,
weil man dann ja ständig neue Batterien benötigte und die Leute schnelle gemerkt haben, dass das eben auf Dauer auch teuer wird?

Keine Ahnung, kann man ihn ja leider nicht mehr fragen. Ich vermute das besondere an den Apparaten ist einfach nur gewesen, das
diese aus einer DC Spannung der Trockenbatterien, irgendwie eine Schwingung OHNE UNTERBRECHER generieren konnten, welche
dann die Transformation der Spannungen erlaubte. Die SCHWINGUNGSERREGUNG hätte dann ja den Vorteil gehabt, verschleißfrei
zu sein, während die Zerhacker/Klingel Brummer, ständig neue Kontakte brauchten. Denn weder bei Coler noch bei Unruh kommen
solche "Zerhacker" vor und trotzdem gab es eine HF Schwingung in deren Systemen. Ich finde das alleine ist der bemerkenswerte
Punkt an den Geschichten und vieleicht auch das, was sie vieleicht nur verschleiern wollten. :o

Gruß, Dodes

 
Ecki
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06.02.2022, 22:51

Servus Dodes,

so würde ich mir das vorstellen:

Willy und Hans Unruh haben im zarten Alter von 17, also anno 1907 "etwas" entdeckt (Scheinadelliste).

Als Söhne aus wohlhabendem Hause hatten sie damals vielleicht die teuren Spielzeuge, also neben einer dicken Dampfmaschine
eine Influenzmaschine und evtl. auch einen kleinen Ruhmkorff Funkeninduktor.
Als Ausbaustufe dann noch einige Geissler Röhren dazu...

Vielleicht haben sie auch von der Ruhmkorff-Lampe gelesen, und wollten da was draus machen.
Da das Licht zu sehr flackerte, musste die Schaltfrequenz höher werden, die Unterbrecherfeder immer leichter und schneller.
Man nehme am besten einen dünnen Stahldraht (oder Klavierdraht).

Die Ummagnetisierungsverluste im Eisen wurden mit höherer Frequenz immer größer, daher wie Tesla einen Lufttransformator konstruieren,
den notwendigen Plattenkondensator gleich integrieren...

Eines Tages blieb der Unterbrecherkontakt kleben und das Licht brannte trotzdem weiter!
- Ende meines Traumes.
Da würden wir heutzutage aber auch erst mal ziemlich blöd schauen.

Vor ca. 20 Jahren habe ich inne Bucht sehr günstig ein "Elektrotechnisches Experimentierbuch" von 1909 erworben.
Das ist mir heute wieder eingefallen, nachfolgend ein paar (schlechte) Fotos davon.

Schönen Gruß,
Ecki


EE (1).jpg
EE (1).jpg (401.2 KiB) 2967 mal betrachtet


EE (2).jpg
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Der junge Experimentator heißt also Rudi. Wenn er Willy geheißen hätte, wär ich vom Stuhl gefallen. :D


EE (3).jpg
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Oben rechts wird auf den "Klingelapparat" verwiesen...


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Der Kondensator oben erinnert an die "Plattenspule"?


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Dodes
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07.02.2022, 20:40

Servus Ecki,

da sagt Du was, was ich garnicht auf dem Radar hatte. :D  Darum auch der Apparat, die hatten ja noch garkein Stromnetz. :o
Die Elektrifizierung begann in Deutschland erst in den 1880ern.
Gegenüber der alten Gasbeleuchtung war das mit Strom erzeugte Licht wesentlich sicherer, abgasfrei und um ein Vielfaches heller.
Das verhalf der neuen Technologie schnell zum Erfolg.
Deutschland geht ein Licht auf
  • Berlin installierte im Jahr 1882 insgesamt 36 mit Strom betriebene Straßenlaternen am Potsdamer Platz und entlang der Leipziger Straße. Die erste elektrische Straßenbeleuchtung wurde bereits einige Monate zuvor im selben Jahr in Frankfurt in Betrieb genommen. Im Verlauf der kommenden Jahre wurde Berlin zum Zentrum der europäischen Elektroindustrie.
  • In den 1890ern weitete sich die Nutzung von Strom auch auf andere Lebensbereiche aus. Die ersten elektrischen Straßenbahnen stammen zum Beispiel aus dieser Zeit.
  • Die Erfindung der Neonröhre 1909 von Georges Claude löste die Verwendung von Glühbirnen in der Leuchtwerbung ab.
  • Eine weiträumige Elektrifizierung von Privathaushalten fand erst in den 1920ern statt

Bild
1911 07 21 Berliner Tageblatt
Die Anzeigen sind von 1911 also 9 Jahre vor der Elektrifizierung :lol: 

Und da die Städte noch nicht hell erleuchtet waren und Lichtverschmutzung ein Fremdwort, wirkten natürlich auch die Gasentladungsröhren ganz anders in der Dunkelheit. :lol:
Seine bewegliche Lichterkette, war dann bestimmt eine Reihe von einzelnen Gasentladungsbirnen z.B. wie an Jahrmarktbuden.

Bild
"Echte Neonreklame dieser Zeit"

Gruß Dodes
 
Ecki
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10.02.2022, 18:30

Hi Dodes,

so schlicht war das damals; als der Rundfunk 1923 eingeführt wurde, gab's überwiegend Batterieradios mit Kopphörer.
Und die Anodenbatterien mit z. B. 90V waren sehr teuer, da wäre Willys "Spannungswandler" doch willkommen gewesen...

Leistung hätten sie schon gekonnt, beim Senden ja auch; aber keine Energie dafür beim Konsumenten vorhanden.
Tesla wollte dieselbe gleich mitschicken, eieiei.
Das ergäbe heute einen stattlichen "Elektrischen Wind". :mrgreen:

Das Geschäft von Willy Unruh mit HAPIKO hat m. E. der Krieg versaut, da wurde Leuchtreklame verboten.

Darum umsteigens auf "Stromerzeuger" und die "Reichen" abzocken, harhar.
Vielleicht hat er dabei sogar ein wenig Recht gehabt?

LG, Ecki
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Dodes
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11.02.2022, 11:16

Hallo Ecki,

ich denke die haben sich alle irgendwie im Krieg durchgeschlagen, wenn man Hunger hat wird man weniger zimperlich.

In der eigenen Familienhistorie gibt es eine Geschichte vom Opa, welcher im 2. W-Krieg einen Bierverlag hatte. Bier wurde nicht mehr getrunken,
aber die Menschen brauchten LKW, um ihre Habseligkeiten zu transportieren. Opa "half" beim Transport mit seinem LKW, nur das die Sachen nie
am Ziel ankamen. :shock: 

Die Idee: " ..., da wäre Willys "Spannungswandler" doch willkommen gewesen..." finde ich gut, befürchte aber das die Siebung/Glättung noch nicht
erfunden war, warum die unentstörten induktiven Pulse seiner Kiste, jeden Empfang im weiten Umkreis zu nichte gemacht hätten. :lol: 

Erinnert mich an die 90er, wo die Fa. Technics sogar Vorverstärker (SU-C1000) mit Akku gebaut hat, um eine möglichst stör- und rauschfreie Energiequelle,
für die Audiosignalverstärkung zur Verfügung zu haben. :D 

Gruß
Dodes



 
Ecki
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11.02.2022, 21:38

Hallo Dodes,

den "Spannungswandler" gleichzurichten und zu glätten hätte man damals (ab 1920) schon im Griff gehabt, glaub ich.
Kondensatoren und Drosseln wurden in Serie gebaut, für relativ viel Geld war alles zu haben.
Wenn man mit Röhren HF erzeugen konnte, dann hätte man diese damit auch gleichrichten können, z. B.
Das Ganze halt verkleinern und in eine HF-dichte Kiste einbauen, und so...

Von Sony gab es in den 80ern einen HiFi Verstärker mit kleinem Schaltnetzteil, kann mich noch dunkel erinnern.
Das war innen nochmal sozusagen "luftdicht " verpackt in einem Abschirmgehäuse.
Man sollte eben die Schaltfrequenz am Ausgang nicht nur nicht hören, sondern auch nicht messen können. :P

Schönen Gruß,
Ecki
Ecki
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12.02.2022, 09:21

Hi Dodes,

nochmal zum Krieg, dem zweiten halt...

bin sozusagen ein Kriegskind, meine Mutter ist mit Oma aus Stuttgart abgehauen, mein Vater mit Geschwistern kam aus Nürnberg.
"Kinderlandverschickung".
In den bayrischen Bergen haben sie zusammengefunden, daraus bin ich entstanden.
In meiner Kindheit hörte ich nur Kriegsgeschichten, daher habe ich da jetzt ein sehr spitzes Ohr für...

Hier in den Bergen war der Krieg nicht so schlimm, die Leute können sich gar nicht vorstellen, was in den Großstädten los war.

Das Thema würde ich am liebsten auslassen, aber man kommt nicht drum herum, die zwei Kriege haben alles zerstört.
Vielleicht wäre aus Willy Unruh sonst ein anständiger Geschäftsmann geworden, und die Physik wäre bereichert durch einen "Eisentransistor"?

LG, Ecki
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Dodes
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12.02.2022, 19:46

Hallo Ecki,

das mag gut sein, dass es für Unruh besser gelaufen wäre wenn nicht solche Wirren zu der Zeit gewesen wären.

Den Eisentransistor gabe es doch, nur nicht bei uns auf dem Kontinent sondern bei den Amerikanern :shock:
Rein induktiver Verstärker kein Transistor, keine Röhre nur jede Menge Spulen auf Eisenkernen und funktionierte wohl super,
bis die Röhre bzw. der Transistor kam. Quelle ist eine AC Spannung, welche auf zwei Traffos ging, die sekundär antiseriell verschaltet waren, so das sich beide Spannung aufheben = OV.
Über beide Traffos liegt dann noch eine doppelte bifillare Wicklung für das Eingangssignal und in der Mitte ein Permanentmagnet zwischen den Traffokernen für das Vorspannen der
beiden Eisenkerne (Bias). Das Eingangssignal auf der doppelten bifilaren Wicklung verursacht jetzt immer in einem Trafo eine Flusschwächung und in dem anderen eine Steigerung des selbigen,
damit ändert sich die dynamische Permeabilität der Traffokerne und somit die Sekundärspannungen der Trafos und die Sekundärspannungssumme dieser ist dann ungleich 0V.

Ganz einfach und bestimmt unverwüstlich, ich hatte nur mal gelesen das diese Verstärker noch millitärisch verwendet werden, weil diese völlig unempfindlich gegen EMPs sind.

Gruß,
Dodes
Ecki
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12.02.2022, 21:17

Servus Dodes,

diese Dinger waren Transduktorverstärker, wenn ich da nicht irre.
Man brauchte immer eine höhere "Pumpfrequenz" dazu.
Ich kenne aber keine Schaltung, wo rein magnetisch aus DC eine Schwingung angeregt würde.
Das wäre geil.
Genauso, wie magnetisch Gleichrichten meiner Meinung nach nicht geht.
Das wäre umgekehrt geil.
Da kann man zum Einschlafen schön drüber grübeln, ist wie Schäfchen zählen.
Und bitte gerne die Ideen dazu hier rauslassen, hier wär der Platz. Wo sonst?
Ideen sind halt gefragt...

Freue mich wirklich über unseren Kontakt!

LG, Ecki
Ecki
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13.02.2022, 08:54

Moin,

zum  "Transduktorwesen" kann ich noch Versuchsergebnisse beitragen.

Hatte aus 4 gleichen kleinen Ringkerntrafos eine Brücke aufgebaut, wie einen Graetz-Brückengleichrichter.
Die Primärwicklungen mit DC versorgt, damit die Kerne gesättigt und so geschaltet, daß die magnetischen "Dioden"
eben diese Brücke egeben. Die induzierten 50 Hz Spannungen in den Gleichstromwicklungen haben sich aufgehoben.
Die erzeugten 100 Hz aber nicht, dazu brauchte es noch eine dicke Drossel vor dem DC-Netzteil.

Aber wie gesagt: Magnetisch Gleichrichten, so wie von Tesla "patentiert", ist nicht.
Dafür Frequenzverdopplung. Mit wenig Verlusten kommt ein Wechselstrom mt 100 Hz raus.

Wäre ein super Vorschaltgerät für Leuchtstoffröhren gewesen, quasi flimmerfrei mit 100 Hz und unzerstörbar.
Über den Vormagnetisierungsstrom lässt sich die Helligkeit einstellen, usw.
Mal wieder zu spät!

LG, Ecki
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Dodes
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13.02.2022, 13:16

Hallo Ecki,

genau Transduktor- oder Magnetverstärker das wars. :thumbup:  Ich bin einfach nicht mehr drauf gekommen, hatte nach Induktur und was weiß ich gesucht. :lol:
Zu den Transduktoren gibt es um 1925 bis 1960 drüben ordentlich Literatur mit allen möglichen Varianten an Schaltungen, bis zum "Einkernigen integrierten" Bauteil.
Das mit dem Graetz-Brückengleichrichter aus Ringkernen finde ich gut, dass sollte einwandfrei funktionieren solange die Kerne aber nur halbwellig in Sättigung
gelangen, die andere Halbwelle muß durch die zunehmende "induktivität" abgewürgt werdenn. Satt DC Bias Spielchen, nimm einfach Linearitätsspulen, welche für
die Linearisierung des Zeilenstroms beim Fernseher verwendet werden, die haben genau diese Eigenschaft dank einstellbaren Permanentmagneten.
Ansonsten kann man auch Aplitudenspulen dafür zweckentfremden, fürchte das es diese Bauteile aber nicht mehr von der Stange gibt, ist den Leuten da Draußen
viel zu analog. Ich müßte mal eine Smart-Linearitätsspule entwerfen, die man mit einer SmartphoneApp steuern kann. .... :lol:
Als Basis für einen induktiven Ozillator würde ich bei einem Sperrschwinger anfangen wollen, da wir mit DC arbeiten wollen, haben wir nur einen Versuch den
Ozillator ans schwingen zu bringen, den Einschaltmoment. Das ist der einzige Zeitpunkt wo ein "Puls" zum antreten des Schwingkreises zur Verfügung steht,
das muß in der 1. Halbwelle dann ausreichen, den Eingangsstrom "abzuwürgen" also gegenphasig arbeiten. Und da braucht es schon die 1. Verstärkung, der Steuerstrom
vom Schwingkreis muß verstärkt werden, um den Eingangsstrom überhaupt "abwürgen" zu können. Wäre Versuch 1. Baue Transduktor, welcher Gleichstrom durchflossen
ist und mit einem kleineren Steuertstrom, den Gleichstromfluss "pulsartig" unterbrechen kann.

Bild
Mh, ob das Bauteil das kann?

Gruß
Dodes


 
Ecki
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14.02.2022, 16:33

Hm, glaube nicht, daß das "von selber" schwingen kann.

Hübsche Schaltung übrigens, braucht aber externe Anregung? Muss ich mir noch länger anschauen...
Ich wollte bei meinem Experiment mit der Brücke bei 50 Hz bleiben und schauen, ob man die 100 Hz am Ausgang zu irgendwas brauchen kann.
Einen AC-Motor (Spaltpol-Motörchen) konnte ich mit doppelter Drehzahl laufen lassen, eine kleine Leuchtstoffröhre "brannte" daran auch schön...
Ringkerntrafos lassen sich schnell sättigen, so funktionierte das ganz gut.
Es müsste auch mit zwei Trafos gehen, mit jeweils 2 Sekundärwicklungen.

Um einen Transduktor selbst schwingen zu lassen, müssten m. E. zwei Frequenzen dabei sein.
Er müsste sich seine höhere Pumpfrequenz durch Frequenzvervielfachung selber machen.
Die Verstärkung eines Transduktors beruht halt auf dem Frequenzunterschied zwischen Steuerung (fast DC) und "Pumpen", so meine Erfahrung.
Wenn die Frequenzen gleich sind, hast Du nur einen Transformator, sonst nichts, keine Verstärkung.

Bleiben wir halt dran, und kuriose Ideen sollten "zeitnah" ausprobiert werden. ;)
Ecki
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Dodes
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14.02.2022, 20:39

Servus Ecki,

nein das dieses Teil wie abgebildet nicht schwingen wird ist mir schon klar. Das man wegen der Frequenzdopplung mehrere solcher Transduktoren und LC-Kreise benötigt ist auch verständlich.
Ich dachte an einen Widerstand R in Serie mit dem Transduktor Eingang, die beiden kleinen C kommen wech, wegen DC und weiter gegen Masse. Am Mittelpunkt zwischen R und T dann ein C oder R
zur Auskopplung Richtung LC Hauptschwinger. Also Spannungsteiler aus R und T mit Mittelanzapfung über C. Die Frage ist nur, wenn ein DC Strom über den Transduktor konstant fließt und ein
Puls dann über die Steuerwicklung fließt, ob das einen pulsartigen Spannungsabfall über den Transduktor verursacht, welcher in Strom oder Spannung "kräftiger" ist als der eingesetze Steuerpuls?

Effizent ist das zwar nicht, weil beharrlich ein DC Strom fließt, hätte aber was von einer angeblasenen Flöte die pfeift. :D

Gruß
Dodes

 
Ecki
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15.02.2022, 17:16

Servus Dodes,

tut mir leid, bei Deiner Schaltungsbeschreibung komme ich jetzt nicht ganz mit.
Könntest Du die denn skizzieren und hier einstellen?

Deinen Vergleich mit einer "Elektrischen Flöte" find ich gut.
Hatte schon ähnliche Gedanken; wenn der Wind durch Blätter fährt, dann rauschen und flattern die.
Der Wind wäre dabei aber gleichmäßig stark.
Wie könnte man elektrisch aus DC auch so ein Flattern erzeugen? :crazy:

Das Gerät hat wohl zwei magnetische Kreise, einen Inneren für die hohe Frequenz
und einen äußeren Kreis für die Vormagnetisierung.
Die Induktionen der beiden Innenstäbe heben sich in der Vormagnetisierungsspule auf.
Das scheint mir der Trick dabei.
Aber was soll das verstärken bzw. wo hast Du das her?
Noch ein Drehko am Eingang für die HF? Was soll denn da reingeschickt werden?

Ecki

 
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Dodes
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15.02.2022, 20:37

Hallo Ecki,

ich mußte erst mal ein passendes Malprogramm finden :D Also in meiner wilden Phantasie sieht die elektrische Flöte ungefähr so aus:

Bild

Von der Quelle V1 aus, lassen wir über R1 in XFMR1 primär einen Gleichstrom fließen, der Spannungsabfall über XFMR1 wird über C3 an den LC Schwinger aus
L1 und C1 weitergeleitet. Der in den LC Schwinger eingebundene Transduktor XFMR2 gibt einen Impuls über C2 an den Transduktur XFMR1 sekundär weiter,
welcher dann primär in XFMR1 einen Spannunsgabfall verursacht. :D
Eine elektrische Flöte eben, da der Strom I1 von der Quelle V1 ständig über R1 ud XFNR1 fließt.

Das Transduktor oder Magnetischer Verstärker Bildchen, ist aus einem Büchlein für magnetische Verstärker, der Drehelko ist wohl nur zur Kennlinienaufnahme darin
vorhanden, an die Stelle kann auch eine Glühbirne (Last), über die DC Quelle wird dann die Last geregelt bzw wahlweise über ein moduliertes NF Signal.

Diese Transduktoren kamen auch häufig als Dimmer für Bühnenbeleuchtungen mit Mehrphasen zum Einsatz oder als Leistungsregler für Elektromotoren. :lol:

Gruß
Dodes
Ecki
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16.02.2022, 19:03

Servus Dodes,

Deine Schaltung hat was, muss ich mir noch zergehen lassen.
Ich könnte das im LT-Spice simulieren, auch mit verschiedenen Kopplungsfaktoren zwischen den Spulen.
Die Verzerrungen durch Sättigungseffekte kann das Programm aber leider nicht, die brauchen wir aber.
Dafür kann ich mit einer Signalquelle mal an diversen Stellen HF "einspritzen", und schauen, was dabei passiert.
Das könnte am Wochenende klappen.
Das LT-Spice kann ich nur empfehlen, kostet nichts. Damit kann man spielend dazulernen. :thumbup:

Die Transduktoren waren sicher gute "Dimmer", nur schwer und teuer halt.
Wenn der Kern aus gutem Blech besteht, und er sich leicht in Sättigung treiben lässt, ist die Leistung für die Steuerung sehr gering, kostet dafür mehr.
Es gab seinerzeit auch Anwendung in der Hochfrequenztechnik, die sogenannte "Pungs-Drossel".
Dafür musste der Kern wohl aus hauchdünnem Blech mit viel Nickelanteil bestehen; sauteuer sozusagen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Pungs-Drossel

"Früher war alles besser!"
Nicht alles, zumindest war vieles teuerer.

Ecki ;)
 
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