Simulation Virenverbreitung

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asterix
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23.03.2020, 09:20

Ich habe es jetzt doch noch geschafft, ein paar Charts mit den in Javfx verfügbaren Standardfunktionen zu kreieren. Zum Testen habe ich diesmal aus aktuellem Anlass eine recht einfache Simulation zur Visualisierung von Virenausbreitung ausprobiert. Das Prinzip ist ziemlich einfach.

Die Probanden bewegen sich als Kreise alle mit zufällig zugeordneten Geschwindigkeiten in einem abgegrenzten Bereich. Alle Probanden die noch nie mit dem Virus in Berührung gekommen sind werden gelb dargestellt. Infektiöse Probanden die den Virus übertragen können sind rot dargestellt. Probanden die nach der Infektionsdauer immunisiert sind werden grün dargestellt. Der Kreisradius bzw. Infektionsradius entspricht dem Radius über den der Virus übertragbar ist. Übertragen wird damit, wenn sich  zwei Kreise berühren.

Abb_1.gif
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Die Verbreitung von Corona ist natürlich deutlich komplexer. Das zu Grunde liegende Prinzip der exponentiellen Ausbreitung ist aber das Gleiche. Die linke Kurve zeigt die eigentliche Problematik. In der Spitze sind hier etwa 410 der insgesamt 600 602 Probanden betroffen, von denen ein Teil ins Krankenhaus müsste. Und das sollten nie mehr werden, als entsprechende Betten in den Krankenhäusern verfügbar sind. Auf der WHO-Seite  kann man die Entwicklung der roten Kurve im rechten Chart verfolgen. Die wird hoffentlich in den nächsten Tagen einen Knick machen.


In der Zip ist das komlette NetBeans-Projekt dazu.
simple_infekt.zip
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23.03.2020, 11:34

Ich habe leider noch einen Fehler gefunden:

In der alten Quelle probanden.java heißt es in der Zeile  142:  if(p0.status ==1)
Richtig muss es heißen:                                         if(p0.status !=1)


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03.04.2020, 12:50

Noch eine Überarbeitung.

Abb_2.gif
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simple_infekt_102.zip
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29.04.2020, 16:26

Nachdem es regelmäßig zur Verwirrung zur Aussagekraft vom Reproduktionsfaktor kommt, habe ich einmal geschaut, was es so an Darstellungen zur Entwicklung der Virenverbreitung gibt. Was wirklich allgemeinverständliches gibt es anscheinend nicht. Am besten gefallen hat mir noch die Grafik zur Entwicklung in München.

abb1.jpg
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Die Legende ist da aber auch etwas verwirrend, weil die sich dem ersten Anschein nach auf die farbigen Flächen in der Grafik bezieht. Gemeint sind aber gedachte Linien unter den jeweiligen Zahlen. Man kann sich über so eine  Darstellung leicht klar machen, was der ominöse R-Wert bewirkt. Die Höhe der orangefarbenen Fläche spiegelt den Anteil der Bevölkerung wieder, die gerade krank ist bzw. anstecken kann. Am 1.Apr waren das z.B.  2926 infizierte Personen– 487 nicht mehr infektiöse Personen=2439 kranke  Personen die auch anstecken können. Wenn nun z.B. jeder im Schnitt nur noch eine Person anstecken kann (R=1.0), dann muss auch der Anteil der Kranken immer gleich bleiben. Man könnte das bei der Darstellung leicht erkennen, weil der Wert von R sich in der orangefarbenen Fläche spiegelt.

Qualitativ sieht das dann für die relevanten R-Bereiche wie folgt aus.

abb2.jpg
abb2.jpg (65.9 KiB) 6688 mal betrachtet

Bei der exponentiellen Ausbreitung wird der orangefarbige Kanal immer breiter. Der Aufwand für die Ausbremsung des Anstiegs steigt übrigens auch exponentiell an.  Das kann leicht in einer Katastrophe enden, zumal die Wirkung einer Gegenmaßnahme bei Corona Sars-CoV-2 erst nach etwa 14 Tagen messbar ist. In der Regelungstechnik kennt man das Problem. Man hat  hier einen Regelkreis mit einer exponentiell wachsenden Augangsgröße der über ein Totzeitglied gesteuert werden soll. Fürchterlich kompliziert wird das Ganze, wenn man an allen möglichen Stellgrößen gleichzeitig werkelt. Das kann ziemlich schnell zum reinen Glücksspiel werden.

abb3.jpg
abb3.jpg (64.25 KiB) 6688 mal betrachtet

Wenn ein Kranker nur einen Gesunden ansteckt bleibt die Anzahl der Kranken konstant. Der absolute Wert zur Anzahl der Kranken spielt dabei keine Rolle. Der Wert bleibt einfach nur gleich. Es werden ständig genau so viele Personen krank wie auch wieder gesund werden. Der Zustand kippt aber vorzugsweise wieder in ein exponentielles Wachstum über, weil ein zusätzlicher, zufällig eingebrachter Infekt multiplikativ wirkt, ein zufällig ausscheidender in die andere Richtung aber keine so wesentliche Wirkung zeigt.

abb4.jpg
abb4.jpg (57.54 KiB) 6688 mal betrachtet

Bei R < 1 nimmt die Anzahl der Kranken immer ab. Wenn R deutlich unter 1 liegt, spielen auch zufällig eingebrachte Infektionen keine wesentliche Rolle mehr, weil die in der Regel dann nur das abklingen der Krankheit verlangsamen. Der orangefarbige Kanal verschmälert sich dabei nur etwas langsamer. Allerdings nur, solange die dann in brauchbarer Zeit lokalisiert und karantänisiert werden können. Das dürfte aber in absehbarer Zeit eher kein Problem mehr sein.

Wenn die Hütchenspieler unter den Politikern sich noch etwas zurückhalten könnten und man die Gier der Lobbyisten noch etwas zügeln könnte,  dann wäre der letzte Zustand vielleicht noch zu erreichen. Ansonsten muss man zumindest mit einer zweiten Welle rechnen. Und ob wir mit der so viel Glück haben wie mit der ersten, das dürfte eher unwahrscheinlich sein.
 
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01.08.2020, 20:55

Vor guten zwei Wochen hat sich offensichtlich wieder ein exponentielles Wachstum eingestellt. Da sich an den Gegenmaßnahmen in der Zeit nichts wesentliches geändert hat, muss man davon ausgehen, sich das so fortsetzt. Auch wenn das noch auf niedrigem Niveau abläuft, deutet das schon darauf hin, dass die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung bereits überfordert sind. Und daran dürfte sich auch nichts mehr ändern. Im Gegensatz zu einigen Darstellungen im Netz sagt eine niedrige Infektionsrate überhaupt nichts über die tatsächliche Gefahr in der Situation aus. Die endgültige Exponentialfunktion bzw. Lawine beginnt immer mit einem stetigen Anstieg der Fallzahlen. Der ist eindeutig zu sehen. Die anfänglichen Fallzahlen spielen dabei keine Rolle.   

fall7T.gif
fall7T.gif (13.97 KiB) 5790 mal betrachtet
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/co ... n-102.html
Wenn die Hütchenspieler unter den Politikern sich noch etwas zurückhalten könnten und man die Gier der Lobbyisten noch etwas zügeln könnte,  dann wäre der letzte Zustand vielleicht noch zu erreichen. Ansonsten muss man zumindest mit einer zweiten Welle rechnen.

Ich glaube, den Satz muss ich nach den Bildern relativieren.

gegen_schutzm.gif
gegen_schutzm.gif (271.86 KiB) 5790 mal betrachtet
https://www.mopo.de/news/panorama/17-00 ... r-37120192

Die Hütchenspieler sind nicht nur in der Politik zu suchen Es wird zwar so sein, dass auch bei einer zweiten Welle nicht alle krank werden oder sterben, es werden aber alle nur verlieren. Die Unzufriedenheit wird dann noch einmal steigen. Das von den Initiatoren vermittelte Feindbild wird zumindest bei einer Großteil der generierten Massen bleiben. Immer wieder erschreckend, wie einfach sich immer wieder Massen mit ein paar total schwachsinnigen Aussagen mobilisieren lassen.


 
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16.08.2020, 15:24

Der Zuwachs hält an. Wie auch zu erwarten war.

stand_16_08.gif
stand_16_08.gif (9.15 KiB) 5613 mal betrachtet
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/co ... n-102.html

Leider wird an etlichen Stellen verbreitet, dass der Zuwachs durch die Erhöhung der Tests verursacht wird. Eine entsprechende Auswertung zeigt aber deutlich, dass der kaum eine Rolle spielt.

 
posirate.gif
posirate.gif (57.03 KiB) 5613 mal betrachtet
Die zusätzlichen Tests machen sich zumindest bei uns in den Statistiken zur Entwicklung wahrscheinlich nur wenig bemerkbar, weil die prozentual nur wenige positive Fälle mit einbringen. Die Masse der positiven Fälle dürften die üblichen auf Symptomen basierten Tests bringen.


 
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26.09.2020, 09:58

Mal wieder Zeit eine kurze Zwischenbilanz zu ziehen. Die Reisezeit ist zu Ende und die daraus entstandene Beule im Infektionsgeschehen hat sich zurück gebildet.

entwicklung.jpg
entwicklung.jpg (73.53 KiB) 5437 mal betrachtet
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/co ... n-102.html (Rote Kurve und Datumseinträge von mir)

Die ganzen Einzelheiten zur Gesamtentwicklung kann wahrscheinlich kein Mensch wirklich der Gesamtentwicklung richtig zuordnen. Die „Reisebeule“ ist aber wahrscheinlich schon recht erfolgreich bekämpft worden. Wenn man aber einmal grob über die Gesamtentwicklung schaut, dann kann man erahnen wo die drauf sitzt. Das ist nichts anderes als eine exponentielle Entwicklung im Hintergrund. Mich wundert es immer wieder, wenn Politiker den Satz los lassen, „wenn wir wieder in eine exponentielle Entwicklung kommen ...“. Da sind wir längst drin. Und ich habe immer gedacht, die Gesundheitsämter sollen genau so eine Entwicklung verhindern. Der Kurve nach zu urteilen sind die seit Mitte Juli hoffnungslos überfordert. Es geht nur kontinuierlich nach oben. H. Lauterbach hat eigentlich ganz recht, wenn er sagt, dass man ziemlich einfach ausrechnen wie das weitergeht, wenn weiter nichts dagegen getan wird. Das ist eigentlich keine Angstmacherei, sondern nur ziemlich simple Mathematik.   
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02.10.2020, 09:51

Noch einmal eine Betrachtung zu der drastischen Erhöhung der Tests ende Juli/KW31.

Im Netz flaggen eigentlich mehr als genug seriöse Auswertungen zu dem Thema hier rum. Da dürfte für jeden was individuell verständliches drunter sein. Im Netz wird leider immer wieder versucht das Märchen von den steigenden Fallzahlen als reine Folge der zweifelsohne ja stark gestiegenen Anzahl der Tests unter die Leute zu bringen. Mit möglichst undurchsichtigen Tabellen und ohne die Entwicklung der negativen Test mit in die Betrachtung einzubeziehen. Das vermittelt aber wieder einmal nur die halbe Wahrheit. Wenn man beide Entwicklungen miteinander vergleicht, dann sieht man ziemlich schnell, dass zumindest bei uns die steigende Anzahl der Tests die Entwicklung der Kurve zu den absoluten Fallzahlen kaum verfälscht.


TestZuw.gif
TestZuw.gif (20.26 KiB) 5400 mal betrachtet
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama ... e-100.html
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/co ... n-102.html

Die steigende Anzahl der Tests hat dazu geführt, dass sich die negativen Tests analog zur Verdopplung der gesamten Tests wie zu erwarten auch in etwa verdoppelt haben. Ganz anders sieht das bei den positiven Tests aus. Zu erwarten wäre da ja auch nur maximal eine Verdopplung, bei konstant bleibendem Pegel. Die haben sich in der gleichen Zeit aber mehr als versechsfacht. Von daher kann dann doch nur ein Bruchteil des Zuwachses an der gestiegenen Anzahl von Tests liegen. Noch drastischer wird das Ganze, wenn man die letzten 4 Wochen betrachtet. Das bisschen Zuwachs an Tests kann man da vollständig vergessen.

Das ist eigentlich auch plausibel, wenn man bedenkt, dass bei zunächst knappem, aber ausreichendem, Testequipment nur Symptome bedingt testet und damit automatisch auf eine hohe Trefferquote kommt. Wenn man dann dazu über geht massenhaft zusätzliche Tests zu machen, dann gehen die eher ins Blaue und bringen nur relativ wenige zusätzliche positive Fälle ans Licht. Dadurch ändert sich die Kurve zur Entwicklung der Fallzahlen nur wenig.
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08.10.2020, 11:51

Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt in einer Konferenz des CDU-Präsidiums vor einem enormen Infektionsanstieg in Deutschland. Sie prognostiziert bis zu 19.200 Neuinfektionen pro Tag.

Wäre ja schön, wenn wahr wäre, was einige Medien dann draus machen:.
19.200 Corona-Fälle? Merkels Luft-Nummer
...
Eine Zahl zur weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland sorgt für Aufsehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte Anfang der Woche, dass die Zahl der täglichen bestätigten Neuinfektionen zum Ende des Jahres bis auf 19.200 klettern könnte. Jedenfalls, wenn es so weiterginge wie in den vergangenen drei Monaten.
...
Merkel pickt extreme Werte heraus
...
Das Ergebnis ihrer Rechnung - 19.200 - ist extrem verzerrt, da die Schwankungen der Tageswerte nicht berücksichtigt werden.
https://www.n-tv.de/wissen/19-200-Coron ... 71371.html

Wenn man selbst nachrechnet, merkt man sofort, dass n-tv hier Unsinn unter die Leute bringt.

prog_merkel.gif
prog_merkel.gif (21.84 KiB) 5351 mal betrachtet

Die Schwankungen der Tageswerte kann man ziemlich einfach über den 7-Tage-Mittelwert berücksichtigen. In den letzten 4 Wochen hatten wir in etwa eine Verdopplung von 1170 auf 2290 Fälle. Wenn man das zurückrechnet, dann kommt die weiße Kurve raus, die unter der Reisebeule liegt. Die resultiert aus den zurück gerechneten Halbierungen in 4 Wochen. Für Ende des Jahres kommt man bei der Fortsetzung dieses zu Grunde liegenden Trends auf etwa 15000 Fälle pro Tag. Und da ist die kalte Jahreszeit noch nicht mit berücksichtigt. Frau Merkel ist neben H. Lauterbach anscheinend eine der wenigen die gemerkt haben, dass wir schon seit 3 Monaten im exponentiellen Wachstum sind. Der zu Grunde liegende exponentiell wachsende Trend ist doch eigentlich schon lange nicht mehr zu übersehen.  

Auf die 19.200 Fälle kommt man auf ganz ähnliche Weise.
Sie führt aus: "Bis Weihnachten sind es noch zwölf Wochen. In den vergangenen sieben Tagen wurden in Deutschland 11.656 Neuinfektionen gemeldet - das sind im Durchschnitt 1665 pro Tag."
Für die zwölf Wochen bis Weihnachten gebe es noch 20 bis 21 4-tägige Repdroduktionszyklen. Da der R-Wert über die vergangenen vier Tage stets bei etwa 1,13 gelegen habe, ergebe sich bei 20 Zyklen bis zum 24. Dezember eine Zahl von rund 19.178 Neuinfektionen.
Rechnung: 1665 x 1,13^20 = 19.178,941
https://www.focus.de/gesundheit/news/in ... 81863.html
Anstatt der Verdopplung alle 14 Tage, wird hier einfach alle 4Tage eine Verfielfachung um 1.13 angenommen. Man kann das auch in einen 30-Tage Zyklus umrechnen. Man hat dann 30/4=7.5 Zyklen in 4Wochen. Macht dann eine Zunahme des jeweils aktuellen Wertes um einen Faktor 1.13^7.5=2.5 alle 4 Wochen.

Ich denke einmal, zumindest für die nächsten 4 Wochen wird sich mindestens das von mir in der Grafik dargestellte Wachstum zeigen. Der Knick im Infektionsgeschehen Anfang April hat sich ja hauptsächlich wegen der berechtigterweise alarmierenden Berichterstattung in den Medien eingestellt. Die Medien verharmlosen derzeit die Problematik aber meiner Meinung nach unzulässig stark, was dann nicht gerade zur Sensibilisierung der Bevölkerung führt. Und die Werte für die nächsten 14 Tage liegen in Folge der  Inkubationszeit ohnehin jetzt schon größtenteils fest und sind damit unabhängig von einer sich u.U. ändernden Berichterstattung. Zusätzliche Maßnahmen, die den zu Grunde liegenden Trend entgegen wirken könnten, sehe ich auch keine. Die wetterbedingte zunehmende Verlagerung von Aktivitäten in den Innenbereich dürfte auch noch eine nicht unwesentliche Rolle bei der Zunahme spielen. Es würde mich schon sehr wundern, wenn die Werte in 4 Wochen unter der blauen Kurve blieben. Ich sehe jedenfalls keinerlei Grund, warum sich der Trend jetzt plötzlich ändern sollte.  


 
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01.11.2020, 20:12

Jetzt sind wieder etwa 4 Wochen vergangen. Die Prognose von Frau Merkel wird in den nächsten Tagen schon überschritten werden. Am 31.10 hatten wir über 19000 neue Fälle. Im 7-Tage-Schnitt sind es 13860 Fälle, bei einer Verdopplung von derzeit etwa alle 10 Tage. Das sieht richtig übel aus.

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https://www.zdf.de/nachrichten/heute/co ... n-102.html

Die Anzahl der Covid-19-Patienten in Intensivbehandlung beträgt schon über 2000. Die Verdopplung erfolgt dort derzeit auch alle 10 Tage. Macht 8000 in 20 Tagen. Die Anzahl der Todesfälle dürfte jetzt auch anfangen steil nach oben zu gehen.

Ab 01.11.2020 beginnt ein neuer Lockdown. Die komfortable Situation, die wir nach dem ersten Lockdown hatten, werden wir wohl kaum noch einmal erreichen. Ich bin einmal gespannt, wie es dann nach dem Lockdown weitergehen wird. Da muss dann schon noch etwas kommen, damit die Zahlen nicht gleich wieder nach oben gehen.

Aus aktuellem Anlass noch etwas. Leider haben auch einige Politiker immer noch nicht verstanden, was dynamisches exponentielles Wachstum ist und reagieren auf „peinliche“ Anfragen von Reportern ziemlich unwirsch. Ist halt, wie wenn man im Nebel in Richtung Abgrund läuft. Zwischen dem Umstand, rechtzeitig eine Kehrtwende zu machen und dem Absturz liegt u.U. nur ein Schritt. Und wenn im März für ein Bundesland oder die Republik ggf. 50000 Tote vorausgesagt wurden und es dann „nur“ 50 dort gab, dann heißt das noch lange nicht, dass man auch einmal probieren kann einen Schritt weiter zu gehen.

Es gibt noch ein recht gutes Video in dem H. Drosten auch einiges zur aktuellen Strategie sagt.
https://m.youtube.com/watch?feature=you ... 9EwA8w-jP8
Interessant war auch der Zusammenhang zwischen Impfstrategie und Belegung der Intensivstationen den Dr. Drosten in dem Video erläutert hat. Anscheinend gibt es Überlegungen möglichst schnell auch die Risikogruppen zu impfen, wenn einmal ein Impfstoff verfügbar ist. Man kann danach die Fallzahlen im Prinzip hoch laufen lassen, ohne dass die Auslastung auf den Intensivstationen steigt. Allerdings wird dann natürlich das Durchschnittsalter der Patienten auf den Intensivstationen immer niedriger werden. Der Teil ist dann nicht wirklich erstrebenswert. Es wird aber zwangsläufig so kommen, wenn in der Bevölkerung nicht durchgängig einmal das Virus, und eben nicht die Gegenmaßnahmen, bekämpft wird. Das Gleiche würde auch passieren, wenn man nur die Risikogruppen irgendwie anders schützt und die Fallzahlen einfach hochlaufen lässt. Und bis die Bevölkerung durchgeimpft ist, wenn einmal ein Impfstoff verfügbar ist, das wird sicher weit über ein Jahr in Anspruch nehmen.


 
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11.11.2020, 09:18

Noch ein paar recht interessante Aussagen von Dr. Isabelle Eckerle, die hier recht gut hereinpassen.

Hart aber fair 09.11.2020
Durchbruch beim Impfstoff: Hoffnungsschimmer statt Horror-Winter?
https://www1.wdr.de/daserste/hartaberfa ... r-100.html

Karl Lauterbach verbreitet Optimismus was Wirksamkeit und Verträglichkeit des Impfstoff angeht.
Virologin Isabelle Eckerle äußert sich in der Richtung auch optimistisch.
Beide sagen aber auch, auch mit Impfstoff werden die Maßnahmen nicht sofort wegfallen.

Am bemerkenswertesten fand ich aber eine Stellungnahme der Virologin Isabelle Eckerle. Ich gebe es einmal etwas zusammengefasst wieder.
55:40 Virologin Isabelle Eckerle erläutert dass die Situation in der wir jetzt sind, genau so von Virologen vorausgesagt wurde und fordert eindringlich eine Vergangenheitsbewältigung. Vor allem sollte man sich fragen, warum wir überhaupt wieder an den Punkt gekommen sind, zumal wir im Sommer ja in einer Super Position waren und lange Zeit mit Ankündigung das Exponentielle Wachstum gesehen haben. Es wurde ausgerechnet von Epidemiologen, dass das genau so kommen wird. Man hat den Sommer aber damit verbracht, zu allem wieder  zurück zu gehen. Es sagen viele, man wüsste gar nicht, wie man mit so einer Pandemie umgeht. Das stimmt aber nicht. Es gibt etliche Länder die das sehr gut hinbekommen.  Auch demokratische Länder. Australien, Neuseeland, ... Und der Reflex, dass man immer sofort sagt, das ist eine Insel, die haben eine andere Politik, geht gar nicht, der bringt uns nicht weiter. Man muss einfach einmal hingucken und sich fragen, warum haben die das geschafft, und warum haben wir das nicht geschafft. Und wir müssen auch jetzt schon daraus lernen, um bei den noch laufenden und noch notwendigen Maßnahmen nicht wieder in die gleiche Lage zu kommen.

Der Teil ist wirklich sehenswert. Ein Teil, von dem auch zukünftige Generationen etwas lernen könnten. Schade nur dass der Moderator Fr. Eckerle mehrmals ins Wort fällt. Nächstes Jahr sind Wahlen. Ich denke, an einer Vergangenheitsbewältigung wird da keine Partei interessiert sein. Weder Regierung noch Opposition. Und etliche Politiker werden wieder, wie leider schon im Sommer erlebt, ausschließlich voll des Selbstlobs sein und den auch unermüdlich verkünden. Für Vergangenheitsbewältigung wird sich da eher keiner Zeit nehmen. Ich glaube aber nicht, dass wir alles bei der nächsten Pandemie genau so wiederholen sollten. Der Lockdown in dem wir jetzt sind, der dürfte sich im Rahmen einer Vergangenheitsbewältigung als vermeidbar herausstellen. Das wird aber keiner hören wollen.
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03.12.2020, 13:05

Bei Maischberger  die woche vom 02. Dezember 2020 gab es noch ein paar sehr interessante Äußerungen vom Karl Lauterbach. https://www.daserste.de/information/tal ... o-546.html

Ein paar interessante Aussagen lohnt es einmal festzuhalten.
27:50 Wellenbrechershutdown wirkt nicht ausreichend. Man hatte ausgerechnet, dass die Kontakte um einen bestimmten Prozentsatz heruntergehen, und das ist nur halb so stark eingetreten, wie das berechnet worden war. ... Wenn die Zahlen hoch bleiben, dann ist eine Gefahr, dass wir nach den Feiertagen in eine dritte Welle kommen.

34:01 Der große Erfolg der asiatischen Länder ... Der Erfolg insbesondere Japan und Südkorea geht nicht auf die App zurück, oder auf die technische Überwachung, das hat einen ganz anderen Grund. Die haben Erfolg, weil dort die durch Shutdowns die Pandemie so stark herunter gefahren wurde, dass nachher nur noch ganz wenige Ausbrüche waren . Und diese Ausbrüche konnte man dann so genau nachvollziehen, dass man die sofort wieder eindämmen könnte. Das ist der Erfolg der Asiatischen Länder. Das klappt nur, indem ich einmal das Land komplett herunterfährt, ... stärker als bei uns im Frühling, Wir haben den Vorschlag gemacht. Ich habe z.B. mit M.M.H., einem Epidemiologe aus Braunschweig ... . Wir waren da nicht alleine, auch V.B. ... . Wir haben den Vorschlag gemacht. Am Ende des Lockdowns haben wir gesagt, wenn wir das noch ein paar Wochen durchziehen, dann haben wir so wenig Fälle, dass wir die asiatische Strategie machen können. ... Dagegen waren dann die Ministerpräsidenten.

Alleine Die Tatsache, dass man bei uns inzwischen bei 75% aller Infektionen nicht mehr weiß wo die herkommen und kein einziges westliches Land die Pandemie in irgend einer Weise in den Griff bekommen hat, zeigt eigentlich schon, dass die asiatische Strategie offensichtlich die ist, mit der man mit den wenigsten Verlusten die Zeit bis zum Impfstoff überbrücken kann. Die 75% breiten sich bei uns während der Öffnung im Hintergrund ja ungebremst weiter aus und fangen dann irgendwann an, Kippunkte zu reißen, was die Kurve dann vollends nach oben treibt. Von daher hört sich die Forderung einiger Politiker, alles zu öffnen, wo es noch keinen Nachweis dazu gibt, dass dort Infektionen stattfinde, doch ziemlich abenteuerlich an. Zur Freude des Virus, kann man die mangelhafte Gesetzgebung zum Infektionsschutz auch noch dazu nutzen, öffentlichkeistswirksam Öffnungen rechtswirksam zu erstreiten.  Die Behauptung, dass die Öffnungen im Sommer richtig waren, hört man auch. Aber selbst an gesichert Infektionssichere Orte muss man ja zuerst einmal hin kommen. Einige haben offensichtlich immer noch nicht dazu gelernt. Bleibt zu hoffen, dass bei der nächsten Pandemie Entscheidungsträger dran sind, die etwas aus der derzeitigen Pandemie gelernt haben. Die Situation in der wir jetzt sind, die war eigentlich vorprogrammiert. Die hat sich auch klar angekündigt. Der aktuelle Lockdown dürfte wohl Monate dauern. Und ich denke, der wird auch noch verschärft werden müssen, weil die Infektionszahlen derzeit auf hohem Niveau verweilen. Die Anzahl der täglichen Toten geht immer noch steil nach oben und hat die Werte vom Frühjahr längst überschritten. Das Infektionsgeschehen bei der Grippe hat bei uns in den Monaten Januar/Februar ihren Höhepunkt. Wenn das auch für Corona zutrifft, dann dürft das ziemlich unangenehm werden, wenn wir von den jetzt täglichen Infektionen vorher nicht deutlich herunter kommen. Man kann speziell bei uns natürlich nicht nur das fehlende Verständnis in der Politik anmeckern. Wenn in der Situation dann auch noch Demos ohne Schutzmaßnahmen stattfinden, bei denen man auch noch singend „oh wie ist das schön“ durch die Straßen zieht, so manche/r sich sich mit Sophie Scholl o.Ä. vergleicht, oder seine Kinder werbewirksam dazu animiert das zu tun, nur weil man gerade nicht an jeder Ecke seine Bratwurst kaufen kann wenn man gerade Appetit drauf hat, dann hat das auch noch etwas makaberes an sich.
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11.12.2020, 14:37

Wahrscheinlich verwundert es nicht nur mich, dass regelmäßig der Eindruck entsteht, dass mit Unterstützung einiger Politiker bei der Justiz sozusagen erfolgreich die Vermehrungsrechte für das Virus eingeklagt werden. Ich habe das eigentlich immer einfach so hingenommen, weil ich gedacht habe, das läge nur an einem unzureichenden Infektionsschutzgesetz. In mir wächst aber immer mehr der Eindruck, dass das auch daran liegt, dass die Justiz in der Regel überhaupt keine Ahnung hat, über was sie da urteilt. Die Argumentation, dass die Justiz nicht die Aufgabe hat, die Versäumnisse der Politik über Freiheitsentzug auszubügeln ist ja verständlich. Allerdings muss die Justiz dann auch in der Lage sein tatsächlich erforderliche Maßnahmen, von den die über Versäumnisse der Politik verursachten Maßnahmen, zu unterscheiden. Eine entsprechende plausible Begründung habe ich noch nie gesehen. Ich habe eigentlich nicht den Eindruck dass sie das derzeit kann.

Bei der Justiz gibt es offensichtlich erhebliche Verständnisprobleme, was das Thema Infektionsschutz angeht.
Hohe Corona-Zahlen: Brauchen wir den harten Lockdown?
09.12.2020 ∙ phoenix runde ∙ phoenix
https://www.ardmediathek.de/phoenix/vid ... DdhMDlmMQ/
24:57 Prof. Oliver Lepsius, Rechtswissenschaftler, Universität Münster:
Wenn das Ziel Verhinderung von Ansteckung heißt, denn nur so  können wir ja Todeszahlen vermeiden. Dann haben wir aber ein Ziel, das in der Pandemie kein sinnvolles sein kann. Es wird in der Pandemie immer Ansteckungen geben. Die Frage ist doch nur wie viele. Ich habe immer den Eindruck, wir richten uns ein, bei der Hoffnung,  dass sich niemand ansteckt. Aber das ist doch eine Illusion. Die Frage ist, dass sich nicht zu viele anstecken. Aber es muss natürlich immer eine Ansteckung vorhanden sein, um am Ende dann auch irgendwann die Durchseuchung der Gesellschaft zu erzielen. Und wenn der Impfstoff jetzt kommt, dann wirkt der Impfstoff doch dann auch nur, gegenüber Leuten, die sich infiziert haben. Das heißt, die Wirkung des Impfstoffs setzt doch voraus, dass sich andere Infizieren. Wenn wir einen Impfstoff haben und es infiziert sich niemand, dann ist der Impfstoff ganz ...? . Das heißt, wir brauchen Infektionen. Aber nicht zu viele.

Leider nicht das erste Mal, dass ein Jurist einen ziemlichen Unsinn zum Thema Corona von sich gegeben hat. Wenn auf so einer Basis dann auch noch Urteile gefällt werden, dann wundert es natürlich auch nicht, dass bei immer größer werdendem Aufwand die Zahlen nie auf Dauer nach unten gehen. Ein Problem des Rechtstaates kann das ja nicht sein. In Neuseeland, Irland, Australien, Japan, Südkorea  und wahrscheinlich noch etlichen anderen Ländern gibt es das Problem ja auch nicht.

Heute haben wir etwa 600 Corona-Tote. Jetzt fordern plötzlich auch Politiker harte Maßnahmen, die vorher zo ziemlich alle Gegenmaßnahmen als unverhältnismäßig abgetan haben. Da fragt man sich schon, warum soll man warten bis 600 Tote am Tag zu beklagen sind um dann endlich eine harte Maßnahme vor der Justiz rechtfertigen zu können. Eigentlich ist so eine Maßnahme doch schon verhältnismäßig, wenn man die 600 Tote in naher Zukunft mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit  prognostizieren kann. Und das geht hier ziemlich einfach. Es macht doch gar keinen Sinn, erst die 600 Tote abzuwarten, wenn man schon weiß dass die kommen, wenn man untätig bleibt. Und das gilt nicht nur für die Toten.

 
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13.01.2021, 10:20

Wird mal wieder Zeit für eine kurze Zwischenbilanz.


Derzeit machen zwei Mutationen des Virius von sich reden. Die in England aufgetauchte Mutation scheint wesentlich ansteckender zu sein, als die alte Variante.


Bundeskanzlerin Merkel hat in einer unionsinternen Sitzung vor einer Ausbreitung der Coronavirus-Mutationen in Deutschland gewarnt. Deutschland stünden weitere harte Wochen bevor. Sie schließt eine Verlängerung des Lockdowns offenbar nicht aus.
Angesichts der Coronavirus-Mutationen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel vor weiter steigenden Infektionszahlen auch in Deutschland gewarnt. "Deutschland steht vor acht bis zehn sehr harten Wochen", sagte Merkel nach Auskunft mehrerer Teilnehmer in der AG Sicherheit der Unions-Bundestagsfraktion. Auch gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio wurden entsprechende Aussagen bestätigt.
Die Entwicklung in Irland habe gezeigt, wie schnell sich das Virus ausbreiten könne. Dort habe es innerhalb kurzer Zeit eine Verzehnfachung der Infektionszahlen gegeben.
https://www.tagesschau.de/inland/merkel ... n-103.html

Von der in Südafrika entstandenen Mutation hört man nicht so viel. Die ist meiner Meinung nach aber mindestens genau so gefährlich. In Südafrika sind die Zahlen  ja in ähnlicher Analogie zu den Jahreszeiten gestiegen und gefallen, wie das auch auf der Nordhalbkugel der Fall war.

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Der Anstieg im im Winter hat sich im Südfrühling (zwischen Anfang August und Ende September) zurückgebildet. Die neue Variante kommt aber offensichtlich auch gut mit dem jetzt dort herrschenden Sommer zurecht.
Das ist meine persönliche Meinung dazu. Basierend auf einer nach bestem Wissen und Gewissen recherchierten Faktenlage.
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03.02.2021, 13:38

 
Noch ein paar interessante Neuigkeiten von H. Lauterbach vom 2. Februar bei Markus Lanz
 
Derzeit schätzt man, dass es sich bei etwa  10%, vielleicht 15%, aller Neuinfektionen in Deutschland um eine der Mutationsvarianten handelt.  Derzeit dominiert bei uns immer noch die alte Variante. Bei einem aktuellen R-Wert von 0.85 gehen die Zahlen zu den täglichen Neuinfektionen zurück.

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https://interaktiv.morgenpost.de/corona ... -weltweit/


Allerdings liegt der R-Wert für die Mutationen um etwa 0.3 höher. Die Mutationen gehen also im Hintergrund exponentiell hoch. H. Lauterbach  vermutet, dass die Mutationen ab Mitte Februar dominant werden. Dann dürften die Zahlen wieder anfangen zu steigen, wenn keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden.

Man müsste das in der nächsten Zeit eigentlich auch gut verfolgen können. Mit zunehmendem Anteil der Mutationsvarianten muss der R-Wert dann bei gleichbleibenden Maßnahmen ja auch stetig in die Höhe gehen. Noch bevor die Fallzahlen wieder steigen.

 
Das ist meine persönliche Meinung dazu. Basierend auf einer nach bestem Wissen und Gewissen recherchierten Faktenlage.
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06.02.2021, 08:32

Laut RKI liegt in Deutschland der Anteil der Mutation aus England derzeit bei etwa 6%.

Etwa der Anteil, den Dänemark Anfang des Jahres hatte.

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ZDF Heute vom 05.02.2021

In Dänemark hat es etwa 4 Wochen gedauert, bis der Wert von etwa 6% auf dann 19,5% gestiegen ist. Da wird es sicherlich keine 2 Wochen mehr dauern, bis der über der 50%-Marke geht. Bei uns dürfte das demnach in etwa 6 Wochen der Fall sein.

Die Infektionen sind in Dänemark zum Glück schon ziemlich stark nach unten gegangen. Noch bevor die Mutation dominant werden werden konnte.

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Aktuell sind in Dänemark die Infektionen durch den Lockdown drastisch auf eine Sieben-Tages-Inzidenz von 63,3 gefallenen. Die Schulen werden dort ab Montag für Schüler bis zur vierten Klasse wieder geöffnet.


Die Dänen sind uns hinsichtlich Mutationsanteil und Inzidenz einige Wochen voraus. Da lohnt es sich bestimmt auch, die Entwicklung dort zu verfolgen.
Das ist meine persönliche Meinung dazu. Basierend auf einer nach bestem Wissen und Gewissen recherchierten Faktenlage.
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18.02.2021, 13:11

Noch eine interessante Darstellung zum Verlauf von. Prof. Thorsten Lehr.  

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https://www.zdf.de/gesellschaft/markus- ... 1-100.html

Im Gegensatz zu den Darstellungen der Verläufe über die Fallzahlen , ist hier die Inzidenz über die Zeit aufgetragen. Verwendet wird eine logarithmische Darstellung . Bei der Darstellung sieht man auch bei extrem hohen Fallzahlen noch, wie die Katastrophe in die Gänge gekommen ist. Wir hatten praktisch ab Mitte Juli 2020 einen konstanten Anstieg bei der Inzidenz in der logarithmischen Darstellung. Das ist gleichbedeutend mit einem exponentiellen Anstieg der Fallzahlen. Der Informationsgehalt ist in beiden Darstellungen der Gleiche. Aber bei der üblichen Darstellung über die Fallzahlen wird der Teil zwischen Juli und September nicht mehr wirklich sichtbar. Der ist aber eigentlich der, aus dem man was lernen kann. Und wenn ich mir das so anschaue, dann kommt mir die derzeit angedachte Inzidenz von 35 als Grenze für Öffnungen doch ziemlich abenteuerlich vor. Die Inzidenz von 5 ist von den Gesundheitsämtern auch nur bei lokalen Ausbrüchen wirksam nach unten gedrückt worden. Das Infektionsgeschehen in der Fläche ist seit Mitte Juli einfach hoch gelaufen. Und soweit ich das überblicke, hat sich bei den Gesundheitsämtern nicht viel getan.
Das ist meine persönliche Meinung dazu. Basierend auf einer nach bestem Wissen und Gewissen recherchierten Faktenlage.
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12.03.2021, 08:50

Die Zahlen gehen bei uns trotz Lockdown wieder hoch.

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https://www.zdf.de/nachrichten/heute/co ... n-102.html

In wieweit die Auswirkungen der seit Anfang der Woche realisierten Lockerungen sich in den Infektionszahlen bemerkbar machen, dürfte sich aber erst im Laufe der nächsten Woche in der Kurve bemerkbar mache. Mir ist immer noch unklar, wie man aus der Vergangenheit gelernt haben kann, dass bei steigender Infektionszahl, ohne wirklich nachvollziehbares Konzept über anderen Eindämmungsmaßnahmen,  lockern kann. Und dass man aus der Vergangenheit gelernt hat, wird von etlichen Politikern unermüdlich wiederholt. Aber eigentlich sind wir doch gerade in der gleichen Lage, wie letztes Jahr am Sommerende. Nur auf deutlich höherem Niveau .

Mit Stand Anfang März ist der Anteil der „Englischen Mutation“ auf über 40% gestiegen.
Die jeweiligen VOCs sind aktuell in den Ländern am häufigsten nachgewiesen, in denen sie erstmals gefunden wurden: B.1.1.7 in Großbritannien, B.1.351 in Südafrika und P.1 in Brasilien. In diesen Ländern machen sie aktuell jeweils den größten Anteil der gefundenen Varianten aus. Aktuell wird B.1.1.7 in über 40% der untersuchten positiven Proben in Deutschland gefunden, also in ca. 4 von 10 Proben.
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/N ... cationFile
B.1.1.7  dürfte inzwischen bei uns dominieren. Es sind inzwischen auch Kreuzungen zwischen der „Englischen Mutante“ und der „Afrikanischen Mutante“ gefunden worden. Außerdem gibt es noch Anzeichen dafür, dass die „Englische Mutante“ deutlich tödlicher ist, als die Stammvariante des Virus.
Das Risiko, an den Folgen der Infektion zu sterben, ist laut der Forschergruppe also um etwa 64 Prozent gestiegen, beziehungsweise in einem Bereich von 32 bis 104 Prozent.  
https://www.spiegel.de/wissenschaft/med ... de76a764f1

Es gibt noch eine Prognose von Professor Thorsten Lehr. Dargestellt wird dort einmal, wie der Verlauf ohne die anfang März erfolgen Öffnungen voraussichtlich verlaufen wäre und dan noch ein Szenario mit den erfolgten Öffnungen. Wobei unterstellt wird, dass die Öffnungen zu etwa 20% mehr Kontakten führt.

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https://www.daserste.de/information/tal ... o-656.html

Eigentlich schade, dass so etwas nicht regelmäßig medienwirksam veröffentlicht wird. Das macht doch für jeden ziemlich einfach verständlich, was gerade abläuft. Und leicht verständlich gemachte Zusammenhänge beeinflussen das Verhalten der Bevölkerung mindestens genau so stark, wie falsche Versprechungen oder Behauptungen die einfach nicht stimmen. Nur eher in die andere Richtung. An den Unsicherheitshüllen an den Kurven sieht man noch, dass er die Grafik anscheinend schon Mitte Februar angefertigt hat. Der Verlauf bis jetzt spiegelt sich in der Grafik schon ganz gut wieder.

Wir hatten das Maximum von etwa 1000 Toten am Tag bei einer Inzidenz von etwa 200. Um die 70% davon in der Altersgruppe 80+. Also etwa 300 der Toten waren unter 80. Die Altersgruppe Altersgruppe 80+ ist inzwischen zum Großteil geimpft. Jetzt läuft die Impfung der Altersgruppe ab 70 so langsam an. Wenn sich aber tatsächlich die steilere Kurve einstellt, was eigentlich auch zu erwarten ist, dann dürften im April auch die Todesraten wieder ansteigen. Nur diesmal in den anderen Altersgruppen. Auch, wenn die Mutante „nur“ genauso tödlich ist wie die Stammvariante.

Bei der Art von Wettlauf zählt auch, wann jede Impfdosis ihren Arm erreicht hat. Die rettet dann ja nicht nur nicht nur denjenigen, der sie bekommen hat. Da sind eigentlich keinerlei Verzögerungen zu akzeptieren. Und wenn das, was man Anfang des Monats an Impfdosen kriegen kann, Mitte des Monats schon verimpft ist, dann ist das sicher effektiver als die Verimpfung auf einen Monat zu strecken. Man verliert dabei ja einen halben Monat entsprechenden Impfschutz für die Bevölkerung.
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26.03.2021, 08:57

Es gibt noch eine aktuelle Prognose von Professor Thorsten Lehr. So eine Prognose ist eigentlich ein tolles Instrument. Man kann anhand von solchen Szenarien ziemlich einfach abschätzen, was bei welchen Maßnahmen an Infektionen/Intensivfällen/Toten in den nächsten Wochen zu erwarten ist.

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ARD extra 22.03.2021 20:15
Impfungen sind in den Prognosen schon eingerechnet.
Notbremse: Maßnahmen Anfang März, also die nur die Lockerungen von Anfang März zurücknehmen.
Zusätzliche Maßnahmen: 20% zusätzliche Kontaktreduktion


Aus den 22/23 März beschlossenen Maßnahmen kann ich eigentlich keine nachhaltigen Änderungen hinsichtlich Kontaktreduktion erkennen. Und die eher merkwürdig gestalteten Maßnahmen der letzten Monate haben die die erhoffte Inzidenz 35 nicht gebracht. Die inzwischen gekippten Einschränkungen in der Osterzeit hätten sich wahrscheinlich kaum bemerkbar gemacht. Die eklatanten Versäumnisse hinsichtlich der eigentlich dringend erforderlichen Vorsorgemaßnahmen/Eindämmungsmaßnahmen über den ganzen letzten Sommer hinweg, kann nicht mit einer Nachtschicht wettgemacht werden. Ich denke, wenn die Inzidenz bei einer Pandemie einen bestimmten Wert überschritten hat, dann ist die einfach nicht mehr beherrschbar. Bei uns dürfte das im letzten Sommer schon der Fall gewesen sein. Dass es im restlichen Europa auch nicht besser gelaufen ist, macht die Sache dann auch nicht erträglicher. Und unter der beschlossenen Notbremse versteht dann jeder Landesfürst auch noch einmal etwas anderes. Die unterschiedliche Auffassung/Handhabung setzt sich teilweise noch bis in die Kommunen hinein fort. Der jetzt eingeschlagene Kurs dürfte wohl eher in Richtung roter Kurve führen. Nächste Woche müsste sich eigentlich schon ziemlich deutlich abzeichnen in welche Richtung es geht. Und man müsste auch schon sehen ob die Dynamik noch zunimmt, wie es die rote Kurve zeigt. Entsprechend werden sich auch Krankenhausbelegung und auch die Todeszahlen entwickeln. Interessant ist noch, dass die Belegung der Intensivstationen wieder am steigen ist. Und das bei einem schon ziemlich hohen Belegungsniveau heraus. Auf einigen Intensivstationen werden Patienten mit der mutierten Variante von Patienten mit der Stammvariante räumlich getrennt, weil man ansonsten diverse Komplikationen nicht ausschließen kann. Das verschärft die Situation dann noch einmal. Das Durchschnittsalter liegt auf den Intensivstationen inzwischen bei etwa 55 Jahre. Die Mortalität sinkt z.Z. zwar noch, das wird aber angesichts der steigenden Intensivfälle mit Sicherheit nicht so bleiben. Die Anzahl der täglich zu beklagenden Toten dürfte etwa ende März/anfang April wieder anfangen zu steigen.

Ziemlich unverständlich ist mir, dass es immer noch Leute gibt, die unbedingt die Belegung der Intensivstationen als als Kennzahl für Lockerungen einführen wollen. Inzwischen sollte doch jeder, der sich einmal ernsthaft mit dem Thema beschäftigt hat, wissen, dass man die ziemlich einfach schon im Voraus aus den täglichen Fallzahlen bestimmen kann. Ebenso, wie die daraus resultierenden Todesfälle, die noch einmal etwas später kommen. Die Virologin Virologin Isabelle Eckerle hat das einmal auf den Punkt gebracht. Es wäre in etwa so, wie wenn man den Tacho seines Autos zukleben würde um dann schneller fahren zu können.

Sonderlich neu sind die Mutanten eigentlich auch nicht. Dass die mit Sicherheit die Stammvariante ablösen werden, das weiß man schon seit Monaten. Das ist auch keine neue Pandemie. Das Virus macht ja nur das, was alle anderen Vieren auch machen. Und wenn es wieder wärmer wird, dann muss man auch damit rechnen, dass die Südafrikanische Variante an Dominanz zunimmt. In Europa angekommen ist die ja längst. Darauf zu spekulieren, dass die Infektionen jahreszeitlich bedingt zurückgehen, kann alleine von daher schon zu einem reinen Glücksspiel werden. Man kann auch nicht ausschließen, dass die Englische Variante ähnlich klimaresistent ist. Dann wird die eher weiter dominieren.

Was die Situation dann noch einmal drastisch verschlechtern würde, das wäre die Einschleppung der Brasilianischen Variante. Brasilien meldet inzwischen etwa 3000 Coronatote am Tag. Reinfektionen sind bei der Variante nachgewiesen. Und die Wirkung der Impfstoffe auf diese Mutante ist zumindest fraglich. Eine Verbreitung der Variante könnte ziemlich leicht darauf hinauslaufen, dass wir wieder auf dem Stand von vor einem Jahr sind. Bei den laschen Reisebeschränkungen, ist eine Einschleppung eigentlich auch nur eine Frage der Zeit.
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17.06.2021, 12:05

Die Bundes-Notbremse  hat die Hütchenspieler unter den Landesfürsten ziemlich erfolgreich ausgebremst. Die Geschwindigkeit mit der die Inzidenz wieder heruntergegangen ist, die war schon beeindruckend. Die Kurve hat sich schon nach der Ankündigung der Maßnahmen durch die Kanzlerin, angefangen abzuflachen. Leider droht aber schon wieder neues Ungemach.

In Indien hat im Frühjahr eine neue Variante die Fallzahlen in die Höhe getrieben. Die Variante (Delta-Variante) wird sich jetzt auch  bei uns durchsetzen.

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https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/N ... cationFile

In Großbritannien ist die Delta-Variante innerhalb von wenigen Wochen dominant geworden. Das dürfte bei uns ähnlich verlaufen.

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verbr.gif (27.87 KiB) 9 mal betrachtet
https://www.3sat.de/wissen/nano 15.06.21
Dort steigen jetzt auch die Fallzahlen  wieder exponentiell an, obwohl die Impfquote dort fast doppelt so hoch ist wie bei uns.

Die Erstimpfung bietet hier noch relativ wenig Schutz. Die Variante ist etwa 40% ansteckender als die derzeit bei uns dominierende Variante B.1.1.7.

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https://www.3sat.de/wissen/nano 15.06.21


Die Erstimpfungen sind bei uns in zumindest in einigen Impfzentren mangels Impfstoff in den letzten Wochen ausgesetzt worden. Die Gruppen bis Prio3 sind bei uns mit Sicherheit auch noch nicht durchgeimpft. Da warten noch etliche Impfwillige auf einen Termin. Bleibt nur zu hoffen, dass da möglichst rasch Besserung eintritt.
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