Diskussion zu Willy von Unruh

Raumenergie Historie
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Rudi
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09.08.2018, 14:42

Eine Kleinigkeit am Rande, anscheinend stolpert man immer über die selben Leute. Ich habe mir das "Berliner Tageblatt vom 25. Juli 1920 hier ansehen können, weil ich neugierig auf den Artikel war. Und von wem wurde der geschrieben ? Von Hans Dominik (Uatu verwies neulich auf das "Atomgewicht 500").
Ecki
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09.08.2018, 18:40

Danke !
Ecki
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09.08.2018, 20:20

Danke vielmals Rudi,

Mir macht es ja auch wirklich Spass und tut mir gut.
Wer schreibt, der bleibt. :angel:

Ecki
Ecki
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11.08.2018, 09:16

Hallo,
habe den Seitenumbruch übersehen und an Rudi 2-fachen Dank ausgesprochen. :D
Dann soll es so sein. Ohne seinen höchst aufwändig recherchierten Coler Thread gäbe es auch keinen Unruh Thread.
Ecki
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Rudi
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29.08.2018, 09:45

Die von Ecki aufgeworfene Vermutung der Verwandtschaft des Stromerzeugers mit einem "Klingelapparat" findet sich auch in dem Gutachten von Prof. Meissner als Bestandteil der Akten aus der Reichskanzlei. Ich habe das Gutachten hier noch einmal separat angefügt. Zu der Zeit, als ich den Coler-Thread geschrieben habe, habe ich mich schon über den "elektrischen Wind" gewundert, den ich so nur als Erscheinungsform von Hochspannung kenne. Passt dann zu der "unterbrecherlosen" Induktionsspule.
Meissner.pdf
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Ecki
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05.09.2018, 23:12

Hallo zusammen und Servus Rudi,

der Bericht von Professor Meissner ist der einzig bekannte, wo ein Fachmann Schwingungen am Stromerzeuger attestiert hat, oder?

Mein ältester Kollege (81), früher bei einem bekannten Radio- und Fernseh- Unternehmen als Entwicklungsleiter für Zeilenablenkung tätig,
war entsetzt über diesen Professor: "Wie kann der sich für so etwas hergeben? Das würde ich niemals machen."
Damit habe ich ihn immerhin hochgescheucht und ich glaube, ein klein wenig interessiert ihn das Thema jetzt auch.
Und ich schätze diesen Kollegen sehr...

Ein Zwischengedanke:
Mittlerweile frage ich mich schon, ob die für mich nicht nachvollziehbar dicken Kupferplatten nebenbei als "Wärmekörper" funktioniert haben sollten.
Originaltext Meissner: "...und einer geradezu erstaunlichen Kombinationsgabe seitens des Erfinders..."

Ich gehe also seit einiger Zeit davon aus, dass es in diesem Apparat geklingelt hat.
Um herauszubekommen wie, wollte ich den Kern des Ganzen erst mal untersuchen und nicht viel nachbauen, ohne zu wissen, warum.
Habe deshalb bisher meine Versuche auf ein bis zwei ferromagnetische Stäbe oder Drähte, also "Stangerl" beschränkt, die Länge immer ca. 220mm.

Ich möchte im nächsten Beitrach meine Versuchsaufbauten dazu beschreiben, bin dazu heute zu müde, es wird ein wenig aufwändig werden.

Der technisch Interessierte möge dranbleiben,
denn man erhält z.B. doch spektakuläre Impulse aus einem 22cm langen Stahldraht, der in einer 20cm langen, einlagigen Spule (100 Wdg.) steckt.
Diese will entsprechend befeuert werden. Das Signal aus dem Draht ist belastbar und bringt eine Taschenlampenbirne zum Leuchten.
Die Werte kann man dem Oszillogrammen entnehmen, der Wirkungsgrad ist noch weit von 99% entfernt...

Man bekommt diese Impulse aber erst, wenn man den Draht um etwa 30° verdreht, also Torsion ausübt, siehe die Dateinamen an den Oszillogrammen.

Ein fast entspannter Draht liefert fast nichts, das magnetische Wechselfeld steht in Richtung zur Achse des Drahtes, also nix mit Induktion.

Das beruht auf dem "Matteucci Effekt" oder auch "Inversen Wiedemann Effekt", ersterer ist bekannt seit 1859.
Und es geht nur mit ferromagnetischen Drähten.


Gelb (CH1) ist der Strom durch die Spule, blau (CH2) die Spannung an den Drahtenden.

Ich hoffe, damit jetzt ein wenig Erstaunen auszulösen. :angel:

Schönen Gruß,
Ecki




Matt. 1,7Piano 0°Torsion 190k.JPG
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Ecki
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18.09.2018, 23:04

Servus mitnander,

in letzter Zeit war ich etwas im Stress und abends müde, darum die längere Schaffenspause.
Ich wollte beschreiben, wie ich meine Versuche durchgeführt habe, bzw. wie das so gekommen ist.

Ich habe auch schon dickere Eisen- oder Stahlstäbe D=12mm mit höheren Frequenzen bearbeitet.
Dazu verschiedene Drahtsorten von 0,5 bis 1,7mm: Blumendraht (Weicheisen), Stahldrähte aus dem Modellbau (oder E-Gitarrensaiten oder Klavierdrähte),
reinen Kobaltdraht (durch glückliche Beziehungen drangekommen), reinen Nickeldraht (z. B. für Schmuck), zwei NiFe-Legierungen mit 52% und 70% Nickel
(Heizdrähte für E-Zigaretten). 
Was ich noch suche, ist ein Draht mit 10-20% Nickel, Rest Eisen und eine "Vicalloy" Legierung. Drähte daraus werden für Wiegand-Sensoren verwendet,
sehr interssant:
https://www.posital.com/de/produkte/kit ... ensors.php

Zum Glück habe ich mir vor 20 Jahren eine dickes MosFet Endstufenmodul gebaut, es war mein erstes Platinenlayout am Computer, zum Üben.
Damals zählte im High End Sektor fast nur "Slew Rate", also musste ich das Ding so schnell wie möglich machen.
Das kommt mir jetzt zugute, ich kann damit bis 350 kHz und volle Kanne (400 Watt, max. 15 Aeff mit Sinus) meine Versuche beschicken,
mit reduzierter Leistung geht es auch noch höher. :mrgreen:


Matt. 1,7Piano 30°Torsion 416kHz.JPG
Matt. 1,7Piano 30°Torsion 416kHz.JPG (116.59 KiB) 967 mal betrachtet


Es folgt ein Foto von einem einfachen Versuchsaufbau, mit zusätzlichem DC- Feld durch Stabmagnet.
Hinten rechts steht der Verstärker, immer noch ohne Gehäuse.
In der langen Spule steckt der Draht, das linke Ende wird in der Spule über eine rote Silikonlitze wieder zurückgeführt, um Einstreuungen zu vermeiden.
Die Spule hängt über einen Resonanzkondensator am Verstärker (der rote Quader in der Mitte ist ein guter MKP10).
Der schwere Trafo ganz rechts dient nur als Gewicht zum Festhalten des Spannfutters, das linke Futter kann ich am Griff drehen.

Ich habe auch schon eine Torsionsspannung in einen Stahldraht "eingeglüht", das geht in etwa so:
Den Draht verdrehen, einheizen, d. h. zu viel HF- Leistung in die Spule schicken, bis der Draht noch unter der Curie-Temperatur (!) nachgiebig wird,
die HF abschalten und den Draht festhalten, bis er wieder Spannkraft bekommt.
Danach funktioniert der Draht so, als wäre er von außen verdreht wie am Anfang, aber ohne dass ich hinlangen muss.
Wenn er mir dann wieder zu heiß wird, ist der Effekt dahin.


PB190260.JPG
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Wie man sehen kann, wird die negative Seite des Ausgangssignals (blau) durch den Stabmagnet hübsch verzerrt, dazu später mehr.

Aus einer Vorratspule Kupferlackdraht hatte ich mir noch eine große DC- Vormagnetisierungsspule gebaut,
in die ich den obigen Versuchsaufbau "einführen" konnte.
Das war aber eher zu viel des Guten, zu starke Felder bringen gar nichts mehr; die Anordnung reagiert u. U. schon auf das Erdmagnetfeld,
vor allem die NiFe- Drähte haben mich da anfangs ganz schön hereingelegt. ;)



PC210270.JPG
PC210270.JPG (868.27 KiB) 967 mal betrachtet

Mein Assistent gönnt sich hier gerade etwas Ruhe...

Und ich bedarf jetzt auch der Ruhe, möchte aber vorher versprechen, dass ich keine so langen Pausen mehr brauchen werde, hab's wieder leichter.

Also bis demnächst,
Ecki









 
 
asterix
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03.10.2018, 20:47

Ich habe es jetzt endlich geschafft einmal zu versuchen das Ganze nachzuvollziehen. So ein gewaltiges Equipment wie Du habe ich allerdings nicht zur Verfügung. Die ersten Versuche habe ich mit einer 4cm langen Spule mit etwa 100 Windungen gemacht. Mit 1.7 kHz bei etwa 1 ASS.Das funktioniert auch ganz gut. Wenn der Draht tordiert wird, dann geht die Spannung hoch. Allerdings auch ohne den Magneten. Mir ist eigentlich unklar, wozu der gut sein soll.


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Das ist meine persönliche Meinung dazu. Basierend auf einer nach bestem Wissen und Gewissen recherchierten Faktenlage.
Ecki
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15.10.2018, 21:23

Hallo Asterix und geschätzte Leser,

erstmal danke, dass Du auf mein Thema eingestiegen bist...

Und an Euch alle, denkt bitte nicht, dass ich keine Lust mehr habe, hier zu schreiben.

Das Folgende muß ich kurz rauslassen:
Ich habe seit Wochen ein Hämatom unter der Schädeldecke, nicht ganz klein.
Habe mir nur vor ca. 7 Wochen den Kopf angehauen, kleine Beule.
Meine Kreativität ist seitdem futsch, habe nur dauernd Kopfweh, abends fertig, usw.
Ich wollte gerne schreiben, aber ich kann zur Zeit nicht.
Ich werde morgen beantragen, dass wir bald eine OP einleiten, von selber wird es nicht besser.

Hier ist nicht der Ort für Krankengeschichten, aber ich möchte meine momentane Abwesenheit erklären.

Meine Experimente liegen daher auch flach, obwohl ich seit 10 Tagen zuhause sitze, Scheiße. (Entschuldigung).

Ich möchte mich bald wieder kurz äußern, bzw. antworten, aber mehr ist momentan nicht drin.
Ich komme schon wieder, es muss nur ein Löchlein gebohrt werden. :thumbup:

Liebe Grüsse,
Ecki

 
asterix
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16.10.2018, 09:13

Hallo Ecki,

es tut mir leid, dass es Dir so schlecht geht. Ich wünsche Dir gute Bessereunung und drücke ganz fest die Daumen, dass Du bald Deine alte Form wieder erlangst.
 
Das ist meine persönliche Meinung dazu. Basierend auf einer nach bestem Wissen und Gewissen recherchierten Faktenlage.
Uatu
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16.10.2018, 10:15

@Ecki: Auweia. Auch von mir gute Besserung! :thumbup:
Ecki
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04.11.2018, 22:13

Hallo und schönen Abend,

ich bin wieder einigermaßen frisch und munter, habe viel Ruhe und Entspannung gebraucht.
Und vielen Dank für die guten Wünsche, es hat geholfen!

Gleich eine Frage und eine Antwort an Asterix, was für einen Draht hast Du genommen, und wie dick etwa?

Der Permanentmagnet auf meinem Foto ist erst mal zu nichts gut, der Effekt funktioniert natürlich auch ohne.
Ich versuche nur zusätzlich, in Anlehnung an die Beschreibung des Stromerzeugers, mit einem Gleichfeld das Wechselfeld zu überlagern
und damit das Ausgangssignal zu verzerren, wie man auf dem Oszi dahinter auch erkennen kann.
Bei Deinem Oszillogramm könnten die gelben "Bärte" an den negativen Halbwellen auch auf Restmagnetismus im Draht hinweisen.

Ich wollte ja längst mal erklären, was ich mit meinen Experimenten bezwecke, worauf ich eigentlich hinaus will und was meine Ergebnisse mir sagen.

Nochmal zum Matteucci Effekt:
Wenn ich einen ferromagnetischen Draht in einer langen Spule einem magnetischen Wechselfeld in Richtung seiner Achse aussetze,
kann ich an seinen Enden eine impulsförmige Spannung erzeugen, wenn ich den Draht in sich verdrehe.
Verdrehe ich ihn anders herum, kommt das gleiche Signal mit umgekehrter Phasenlage relativ zum (sinusförmigen) Primärstrom.

Die Signalformen und das Verhalten sind bei unterschiedlichen Materialien ähnlich.
Ausnahme:
In der gleichen Anordnung und bei gleicher „Verdrehrichtung“ ist die Phasenlage des Ausgangssignals beim reinen Nickeldraht um 180°
verdreht gegenüber dem Signal des Eisendrahtes.
Erklärungen dazu fand ich bisher sehr wenig. Das Wenige besagt, dass dieses Phänomen mit dem unterschiedlichen Atomaufbau,
den unterschiedlichen Gitterstrukturen und damit auch mit den unterschiedlichen Magnetostriktionseigenschaften zusammenhängt.
Und dass bei Legierungen mit 83% Nickel zu 17% Eisen der „Außerordentliche Halleffekt das Vorzeichen wechselt“...
Ein NiFe30 - Draht (70% Nickel) zeigt noch die gleiche Phasenlage wie reiner Eisendraht.
An Draht aus MU-Metall bzw. Permalloy (80-82% Nickel) bin ich noch interessiert. 

Der Draht aus reinem Kobalt liefert im kalten Zustand relativ wenig.
Wenn ich ihm mit HF einheize, steigt mit der Temperatur auch die Permeabilität und das Ausgangssignal wird immer grösser,
bis es zusammenbricht und mit umgekehrter Phasenlage sofort wieder "aufersteht".
Bis zur Curie-Temperatur von 1150°C wollte ich nicht gehen.
Die Temperatur beim Phasendreher wird wohl etwa 450°C sein, dort findet ein Übergang von der HCP- in die FCC- Modifikation statt (?) :crazy:
https://de.wikipedia.org/wiki/Cobalt
Letztendlich bin ich aber viel mehr an tiefen Temperaturen interessiert.

Der Primärstrom und damit die magnetische Feldstärke müssen einen Schwellwert überschreiten, damit der Effekt einsetzt.
Und der ist leider relativ hoch, vor allem beim Stahl.
Mit zunehmender Frequenz wird das Ausgangssignal bei gleichem Strom größer, ab ca. 10 kHz funktioniert es ganz ordentlich.
Frequenzen über 200 kHz bringen nicht mehr viel.
Leider wird auch die Wärmebildung im Draht mit zunehmender Frequenz größer. 

Und nicht zuletzt:
Wenn ich den Strom durch den Draht schicke, und das Oszilloskop an die Spule hänge, funktioniert der Effekt genauso,
auch das Signal aus der Spule ist dann belastbar.

Herausgekommen ist für mich bisher so viel:
Das spitze Ausgangssignal wird nicht durch Induktion in die "Verdrehspirale" erzeugt, sondern durch magnetostriktive Effekte,
sonst könnte es nicht zweierlei Phasenlagen (Nickel vs. Eisen) beim Ausgangssignal geben.
Magnetisch weiches Material lässt sich leicht anregen, bringt aber keine allzu steilen Flanken, im Gegensatz zu Stahldraht.
Beim harten Stahldraht liegt dafür die "Auslöseschwelle" höher.
Beim Stahl will ich bei meinen Experimenten vorerst auch bleiben, es lassen sich die mechanischen Spannungen auch leicht einglühen.

Auf das Thema "Mechanische Verspannung" möchte ich gerne nochmal eingehen...

Ich suche letztendlich nach einem sozusagen "unerwarteten" Impuls, der alle bisherigen Ergebnisse übertrifft, hab' ihn aber noch lange nicht.  ;)

Schönen Gruß derweil,

Ecki

 
asterix
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05.11.2018, 12:52

Hallo Ecki,

schön, dass es Dir wieder besser geht.

Bei meinem Versuch wollte ich nur einmal abschätzen was so ungefähr gebraucht wird um den Effekt sichtbar zu machen. Dazu habe ich mir einfach eine Endstufe aus der Schublade heraus zusammengesteckt. Der Blumendraht stammt aus dem Baumarkt und der hatte einen Durchmesser von 1mm. Ich habe mir inzwischen einige Sachen bestellt um eine brauchbare Endstufe zu bauen, mit der man dann auch anständig was nachmessen kann. Außerdem habe ich mein Skope nachkalibriert, weil wie in dem Post sichtbar, die Nullinie nicht gestimmt hat. Nicht dass da noch jemand meint, da gäbe es einen Gleichanteil. Mit dm Bau der Endstufe werde ich demnächst anfangen. Bei den ersten Versuchen habe ich festgestellt, dass es wohl sinnvoll ist die mit einer Stromgegenkopplung zu versehen um zu einem möglichst hochohmigen und damit rückwirkungsfreien Ausgang zu kommen. Das wird wohl noch ein paar Wochen dauern, bis die fertig ist.
Das ist meine persönliche Meinung dazu. Basierend auf einer nach bestem Wissen und Gewissen recherchierten Faktenlage.
Ecki
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05.11.2018, 22:05

Servus Asterix,

ich muss gestehen, es macht Spaß, mit so einem Leistungsgenerator zu spielen. 
Man kann so vieles damit anstellen, dass ich mir schon Gedanken gemacht habe, ob öffentlicher Bedarf da wäre.

Man könnte, ich wiederhole: könnte mit der Dachrinne als Antenne auf Langwelle senden,
man kann alte Zeilentrafos zu neuem Leben erwecken, allgemein HF-Trafos prüfen.
Induktives Erwärmen: Ich möchte probieren, ob man den Getter von alten Radioröhren von außen nochmal aufheizen und damit auffrischen kann...
Weiter unten in der Frequenz stünden 28V mit 400Hz für Flugzeugtechnik zur Verfügung.
Über z.B. einen umgedrehten Netztrafo kann man kleine 230V Asynchronmotoren in der Drehzahl steuern und ungeheuer schnell drehen lassen. :mrgreen:
Oder einen Lüfter mit 15Hz langsam und geräuschlos betreiben, habe ich im Sommer so gemacht.

Ich hab damit von +/- DC bis 300kHz (fast) jeden Strom.
Mit zwei Endstufen und einem 2-Kanal DDS Generator müsste Drehstrom möglich sein, bei entsprechendem Phasenabstand.
Ein Kollege von mir hat es mit kleiner Leistung schon ausprobiert, geht, sagt er.

Deine Variante für den Betrieb als Stromquelle ist auch keine schlechte Idee, bin gespannt und wünsche gutes Gelingen!
So brauchst Du auch auch keinen schnellen Überstromschutz, dem war ich bei dem "meinen" schon oft sehr dankbar.
Und frequenzabhängige Impedanzänderungen sind dem Strom dann auch egal. ;)

Ecki
asterix
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08.11.2018, 20:34

Man kann so vieles damit anstellen, dass ich mir schon Gedanken gemacht habe, ob öffentlicher Bedarf da wäre.
Das wäre doch was schönes für den Bastelthread. Ich habe gesehen, im Netz ist nicht so besonders viel über MOSFET-Endstufen zu finden. Ich denke, das würde dankbar angenommen.

Ich werde mich für den Anfang mit etwa 10A für den Ausgangsstrom begnügen. Die Bandbreite sollte etwa 1MHz betragen. Das müsste eigentlich mit kleinem Aufwand zu machen sein.
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Ecki
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08.11.2018, 22:54

Servus,

so ein Bastelprogramm könnte "man" anleiern, ich rücke gerne die Schaltung raus, auch das Layout.
10A und 1,0Mhz bei natürlich etwas Spannungsreseven find ich jetzt nicht sehr bescheiden. :mrgreen:

Ich habe meine Schaltung zwecks Optimierung auf 1MHz mit LTspice simuliert und habe es auch hinbekommen,
die kapazitiven Gate-Ströme wandern allerdings bei 1 MHz in den Amperebereich.
Evtl. sind hier bipolare Endtransistoren besser, die brauchen wenigstens nur Strom an der Basis.

Ecki
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09.11.2018, 10:15

Naja, die 10A beziehen sich allerdings auf den unteresten Frequenzbereich. Bei den geplanten +- 30V Speisespannung kommt man dann auf eine Last < 6 Ohm um auf die 10A zu kommen. Die sind bei 1MHz über eine Induktivität natürlich ziemlich schnell als Blindwiderstand da. Aber mal schauen. Vieilleicht muss ich meine Erwartungen noch runter schrauben. Vorrang hat auf alle Fälle zunächst einmal die Kostenminimierung und die Einfachheit.  
Das ist meine persönliche Meinung dazu. Basierend auf einer nach bestem Wissen und Gewissen recherchierten Faktenlage.
Ecki
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09.11.2018, 18:13

Hallo,

ich möchte, besser: muss hier kurz vom Thema abweichen zugunsten des „Norrby Patents“, welches meiner Überzeugung nach ein „Unruh Patent“ ist,
hatte ich das nicht schon erwähnt?
Dazu kam mir vorgestern eine Art Eingebung, ich habe da bisher eine Kleinigkeit übersehen.
Ich habe mich genauer mit der Verbindung zwischen den (Kupfer-) Platten auf beiden Seiten nach den Zeichnungen und nach Schaltbild beschäftigt
und bin auf Folgendes gestoßen:

Im originalen Schaltplan der Patentschrift ist auf der linken Seite, wo nur die Platten gezeichnet sind, eine direkte, kurze Verbindung dazwischen eingezeichnet,
mit der Bezeichnung „p“.


Schaltung P.jpg
Schaltung P.jpg (54.18 KiB) 186 mal betrachtet


In den Gesamtansichten des Apparates sind die schmächtigen Drähte von den Platten zu den oberen Kontakten "i" und in Folge zu den Magnetkernen
mit „q“ bezeichnet.


Q.jpg
Q.jpg (119.31 KiB) 186 mal betrachtet


Beide Verbindungen sind im Textteil aufgeführt (genauso im Französischen), hier ein Ausschnitt:


PQ.jpg
PQ.jpg (71.65 KiB) 186 mal betrachtet


WTF are these „means of conductors p“ ?

Ich glaube jetzt, dass die Platten zweimal miteinander verbunden waren.
Es wurde nur hier und dort ein ganz kleines Detail weggelassen. Willy von Unruh war, wie man jetzt ja weiß, ein sehr, sehr vorsichtiger Mensch.

Übrigens hat er sich selbst dazu geäußert, siehe den letzten Zeitungsartikel im Unruh Thread über den Lokaltermin, die Besichtigung des Apparates
durch das Gericht. Hier nochmal der stark verdichtete Text:


Berliner Börsenzeitung 22.05.1924

Besichtigung des „Stromerzeugers U“
Innerhalb eines Lattengerüstes sieht man in dem Apparat parallellaufende, dicke Kupferplatten, zwischen ihnen sind Spulen, Elektromagneten...
Über den Apparat selbst hat der Angeklagte im Laufe der Voruntersuchung folgende Angaben gemacht:
...Die Kupferplatten sind untereinander durch ein Metall verbunden, welches gewisse, schon früher bekannte physikalische Eigenschaften besitzt...



Was für ein Metall ist damit gemeint, Eisen?

Rudi Wanninger hat im Coler Thread in seiner reduzierten Darstellung des Schaltbildes die Magnete samt Verbindungen eingezeichnet und „p“ dafür ausradiert.
Ich habe mir jetzt erlaubt, diese Zeichnung wieder mit den „means of conductors p“ zu ergänzen, auf zweierlei Art. Das Urheberrecht bleibt natürlich bei Rudi. ;)


Schaltung PQ 1.JPG
Schaltung PQ 1.JPG (67.26 KiB) 186 mal betrachtet


So war es ursprünglich gezeichnet, plus Rudis ergänzte Magnete. Deren Anschlüsse habe ich mit “q“ gekennzeichnet.
Wenn es mechanisch so ausgeführt worden wäre, hätten wir die kürzest mögliche Verbindung.
Wäre auch gut für evtl. benötigte Zufuhr von Wärme aus den dicken Kupferplatten...  - Jetzt Lasst es mich halt mal so glauben, das kann sich wieder ändern.
Es ergibt sich bei dieser Konstruktion aber nur eine halbe Leiterschleife.

Besser gefiele es mir elektrisch betrachtet so:


Schaltung PQ 2.JPG
Schaltung PQ 2.JPG (68.32 KiB) 186 mal betrachtet


Hier hätten wir eine schöne, geschlossene „Primärwindung“, die die Impulse aus den Magneten (oder aus den „means of ...“) in die anliegende Flachspule
induzieren könnte, mit entsprechendem Übersetzungsverhältnis.

Ich komme allerdings mit der Verbindung über die Platten zur Batterie „o“ nicht klar, da wird doch alles wieder nach unten geklemmt.

Wie schaut's denn aus, wenn ich die Glühlampe mal in Reihe schalte, dadurch würde ein Wechselstrom in der Batterie und den Platten begrenzt werden.
Gleichstrom aus den Batterien könnte dann allerdings nicht durch die Birne fließen.


Schaltung PQ Serie.JPG
Schaltung PQ Serie.JPG (68.22 KiB) 186 mal betrachtet


Nachfolgend hängt ein neueres Patent dran zu einem „Transformator mit geblechter Wicklung“.
Einige Zeichnungen ganz unten sehen doch irgendwie „Norrbymäßig“ aus, oder nicht?

Transformator mit geblechter Wicklung.pdf
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Kann ich mit der Theorie bei Euch einen Blumentopf holen?

Schönen Gruß,
Ecki
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Rudi
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13.11.2018, 10:34

Nicht so richtig, aber ausschließen will ich das nicht. Erstmal schön, dass es Dir wieder besser geht. Die Leitung „p“ war mir damals schon schleierhaft, letztendlich hatte ich mich dazu entschlossen, dass die Leitungen „p“ und „q“ identisch sind und eben die Platten durch die Magnetkerne damit verbunden werden. Ein weiteres Indiz war für mich, dass in der Auflistung der Materialien des Stromerzeugers solche Leitungen nicht erwähnt wurden, nur zwei Typen:

(1) Isolierter Kupferdraht mit 0,13mm Durchmesser (Magnetspulen)
(2) Verzinnter Kupferdraht mit 0,13mm Durchmesser (wahrscheinlich für die Luftspulen)

Wobei es natürlich sein kann, dass der Draht aus (2) dafür verwendet wurde. Dagegen spricht für mich auch, dass in den Zeichnungen im Patent eine solche Verbindung nicht eingezeichnet ist (aber ansonsten alles sehr detailreich eingezeichnet wurde).

Wissen tue ich es auch nicht, aber glauben tue ich es nicht.
Gruß Rudi
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Rudi
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13.11.2018, 12:55

Was mir grade noch aufgefallen ist, im Fröhlich-Bericht aus dem BIOS-Report ist ebenfalls von einem "Summer" (rot eingekreist) die Rede, passt zu Deinen Vermutungen. Hast Du eine Vorstellung davon, was "Ko" (gelb eingekreist) bedeutet? Ich habe das immer als KHz interpretiert, bin mir aber nicht sicher, ob ich da richtig liege.

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