Bald die nächste Finanzkrise?

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Mayday
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Registriert: 24.05.2018, 13:15

31.05.2018, 00:13

Finanzkrise 2007: Staaten haben sich höher Verschuldet, infolge von Banken und Investoren Bailouts. 2010 war der Höhepunkte dieser Krise, seitdem ging es im Euroraum leicht aufwärts, aber nicht in dem Masse wie sich die Politik und EZB das erhofften. Der Plan ist mit billigem Geld/Krediten die Wirtschaft zu beleben und durch die tiefe Zinsen können gewisse Staaten trotz hohen Schulden gut damit leben, ebenso Firmen und an den Börsen sorgt die 'Geldschwemme' für reges Investieren und dabei werden Geinnne kassiert, aber auch hohe Risiken eingeangen.

Die Meinugen sind bei diesem Thema gespalten, die einen sehen Kritik als Schwarzmalerei, andere Prophezeien schon seit längerem einen halben Weltuntergang, der nie eintraf. Was ist richtig, wem soll man glauben? Ich denke jeder sollte sich sein eigenes Bild machen. Ich persönlich finde es aber erstaunlich, auf wie wenig Interesse dieses Thema beim Bürger stösst, denn wer etwas genauer hinsieht müsste feststellen dass etwas nicht stimmt und immer mehr Experten, jene die bis anhin unkritisch Berichteten, kritisch werden, anfangen zu Warnen.

So auch Prof. William White, ein Schwergewicht der Finanzbranche, ehemaliger Chefökonom der Bank für den Internationalen Zahlungsausgleich BIZ und heute im Dienste der OECD, warnte am WEF in Davos vor der Gefahr einer Kernschmelze des Finanzsystems und erntente Zustimmung und Applaus. William White war damals einer der wenigen der den Finanzcrash 2007 voraus sah und davor warnte. Heute sagt White dass Marktindikatoren vergleichbar seien wie damals vor der Krise 2007
https://www.howestreet.com/2018/01/24/o ... debt-trap/
All the market indicators right now look very similar to what we saw before the Lehman crisis, but the lesson has somehow been forgotten,
[..]
We are running out of ammunition. I am afraid that at some point this is going to be resolved with a lot of debt defaults. And what did we do with the demographic dividend? We wasted it,..
siehe auch: https://www.express.co.uk/news/world/90 ... omic-forum

Bereits 2016 äusserte sich White mehrfach mit ähnlich warnenden Worten. Verlinkt ein interessantes kurzes Interview mit Prof. William White, Artikel ist auf Deutsch
https://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage ... 08480.html

William White ist nicht alleine, es häufen sich immer mehr warnende Stimmen. Wann was genau passiert, weiss natürlich keiner jedoch umso grösser und länger ein Boom an Finanzmärkten, desto heftiger und tiefer kann man Fallen. Wie schlimm es werden könnte, lässt sich vielleicht ein wenig anhand 2007 erahnen. Da aber viele Staaten aufgrund der letzten Finanzkrise und dem billigen Geld bereits hoch verschuldet sind, wird es nächstes Mal keine Banken+Gläubiger Rettung geben, dieses Pulver ist verschossen.

Auslöser könnte China sein, denn alle Welt ist dort investiert, steigende US Zinsen könnten die Lawine auslösen. Der Chinesische Staat subventioniert selbst Firmen die quasi werlos sind. Fast egal wo Investoren in China investiert sind, alles macht Gewinn, für 2% ein Darlehen und mit 10% Rendite der Wertpapiere obwohl die Firma Verluste fährt. Nun aber wächst China nur noch mit 5-6% und diese Zahlen sind vielleicht auch noch geschönt. Ziehen z.B. schon nur die US-Zinsen an, lohnt sich das Geschäft nicht mehr und Investoren ziehen ihr Kapital ab, dann fällt eine Firma nach der andern um, weil sie sich nicht mehr mit billig Krediten finanzieren können.

Aber von der EU aus drohen ebenso Risiken: Griechenland ist hier nur ein kleiner Fisch. Beispielsweise Italien ist zu 130% des BiP verschuldet, in der Höhe von rund 2 Billionen Euro..also in etwa soviel Schulden wie Deutschland hat..nur ist das BiP Italiens halb so hoch wie das von Deutschland. Derzeit ist Schulden machen eben billig, doch das muss nicht immer so bleiben. Italien's Problem ist, dass die Schulden stetig sportlich ansteigen.

"Die globale Wirtschaft boomt. Kaum ein Land profitiert nicht von der guten Stimmung auf den Märkten. Und genau das ist ein Problem", warnt Joachim Fels, Chefökonom der Fondsgesellschaft Pimco. Joachim Fels weiter „Dies ist genau der Zeitpunkt, wo man anfangen muss, sich Sorgen zu machen“

das sagte Fels in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Aus verschiedenen Indikatoren, etwa aus Investorenumfragen, ließe sich ablesen, dass die Anleger aktuell voll investiert seien. Das letzte Mal, als die Weltwirtschaft sich in einer ähnlichen Situation befunden habe, sei das Jahr 2007 gewesen - kurz darauf brach die große Finanzkrise der Nullerjahre aus. Artikel gibt es hier: https://www.focus.de/finanzen/boerse/ne ... 67209.html

neu sind solche Meldungen zwar nicht, aber die Zeit arbeitet leider sozusagen gegen uns: https://www.businessinsider.de/nobelpre ... 017-8?IR=T

..und noch mehr ungewohnte Worte von Spitzen aus der Finanzwelt, z.B. bei der Diskussion über unser Geldsystem an der Tagung am Gottlieb Duttweiler-Institut GDI in Rüschlikon.
Artikel: https://www.infosperber.ch/Artikel/Poli ... s-Ja--Nein
Zitat Auszüge
Das gegenwärtige Finanzsystem stinkt.» Für diese Zusammenfassung der Stimmung im Saal des GDI erhielt Martin Wolf, Bestseller-Autor, Chef-Kommentator der Financial Times und einer der höchstdekorierten Finanzjournalisten der Welt, spontanen Szenenapplaus.

Der kanadische Ökonom William White, Präsident des «Economic and Development Review Committee» der OECD, meinte das Gleiche, drückte sich aber ein bisschen vornehmer aus: «Unser Geldsystem hat versagt.»
nochmals, das klingt nach Dirk Müller, er ist es aber nicht..weiter im Text
Die Zahlen, die Martin Wolf präsentierte, sprechen eine deutliche Sprache. Der Aufschwung der US-Wirtschaft werde zwar überall gelobt, aber er sei «der schwächste in der US-Geschichte». Und die Eurozone habe seit der Finanzkrise ein glattes Jahrzehnt verloren. Der Produktivitätszuwachs der globalen Wirtschaft liegt seit 2004 auf dem niedrigsten Wert seit 1890. Für Wolf – definitiv kein Linker – ist dies ein Symptom der Akkumulation von Kapital: Anstatt in Investitionen in die Realwirtschaft wandert das Kapital in die Finanzwirtschaft. Und während die Reichen immer reicher werden, kämpfen knapp 70 Prozent der Bevölkerung in den 25 westlichen Ländern seit 2005 mit stagnierenden und sinkenden Einkommen. Gleichzeitig sind die Zinsen seit zehn Jahren nahe Null und damit gemäss Wolf seit 1694 auf historisch unerreicht tiefem Niveau. Die Aktienkurse dagegen lägen so hoch wie nur in den Crash-Jahren 1929 und 1987. Wir befänden uns auf ausserordentlichem Territorium, «das System funktioniert nicht, und ich bin überhaupt nicht optimistisch», schloss er sein Referat.

Gegenwärtig ist der 'Marktwert' der Börsen rund 320% über dem was die Wirtschaft erwirtschaftet, man "glaubt" dass die Aktien weiter steigen, solange das Verrtauen anhält, steigen sie auch, aber wenn das Vertrauen schwindet, platzten Blasen. Schulden lassen sich nur vernichten indem man sie mit Vermögen in gleicher Höhe gegeneinander vernichtet, wie wenn Materie und Antimaterie aufeinander treffen, dann macht es *puff*.

Das Problem bei der Sache; wer Vermögen hat, gib es ungern her. Es werden aber 'Zahlmeister' benötigt werden um Schulden zu vernichten, das wird genommen von jenen die sich schlecht wehren können, der Masse dem Steuerzahler..jene die am wenigsten Schuld an der Misere sind, die nicht die hohen Risiken eingegangen sind, ein Kleinsparer hat in den Bärsen Boomjahren nicht die hohen Gewinne kassiert. Wer die Risiken eingeht, die resultierenden Gewinne einstreicht, muss auch die selbst eingegangenen Risiken zu 100% tragen. Du zahlst ja auch nicht die Verluste deines Nachbarn, wenn er Casino sein Geld am Roulette Tisch auf die Zahl 13 setzt.
Mayday
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11.06.2018, 23:19

unglaublich, wurde auch Zeit..nun hat Sinn "es" endlich gesagt, das hätte ich ihm nicht zugetraut, bravo.

Gemeint ist der Part ab 7min38s bis 9min55s. "lächerliche Eigenkapitalquote..Casino Mentalität..Gewinnen privatisieren/Schulden sozialisieren, ungesunder Turbo Kapitalismus, usw.." Wäre dieser Part von z.B. Sarah Wagenknecht gekommen, hätte es Entrüstungen seitens Bänkern gehandelt, beim Bürgerlichen hochdekorierten Sinn aber hat es keiner gewagt.
Bei der UBS aber ist er nicht aktuell, die UBS hat Stand 2017 eine Eigenkapitalquote von 5.59%  https://www.finanzen.ch/bilanz_guv/ubs  ..immer noch lächerlich wenig, mind. 20% für alle Banken wäre ein gesunder Wert, so wie es Häuslebauer auch müssen :D
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