Nachbau Patent Robert Norrby

Raumenergie Historie
Benutzeravatar
Rudi
Beiträge: 107
Registriert: 24.05.2018, 06:54

16.06.2018, 10:54

Das ist der zweite Thread, den ich aus dem Forum "Energiederzukunft.org" übernehme. Im Gegensatz zum Coler-Thread werde ich auch hier ein paar Kommentare mit übernehmen. Diese kennzeichne ich dann als Zitate. Der komplette Thread befindet sich hier.
Zuletzt geändert von Rudi am 16.06.2018, 10:57, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Rudi
Beiträge: 107
Registriert: 24.05.2018, 06:54

16.06.2018, 10:56

So, dann versuchen wir mal den Stromerzeuger nach Norrby komplett darzustellen. Dazu verwende ich (erstmal) nur die Angaben des Patents von Robert Norrby. Schauen wir dann mal, wie weit das mit den Berichten über den Unruheschen Stromerzeuger übereinstimmt. Zuerst mal müssen wir uns entscheiden, wo denn eigentlich diese kleinen Spulen angeschlossen werden, die im Verdrahtungsplan nicht enthalten sind. Zunächst mal will ich anmerken, dass der Verdrahtungsplan so beschaltet ist, dass kein Strom von den Batterien fließen kann, da diese parallel geschaltet sind. Man vergleich hierzu den Auszug aus dem Klosschen Gutachten:

"The plate-circuit and the spool-circuit are parallel so that the two batteries appertaining thereto can also be replaced by a single batterie... When asked why two batteries were used at all, Captain Coler declared that for starting the apparatus a double battery is necessary to get a second charge-impetus..." Das passt genau zusammen.

Wenn man die Anzahl der Platten variiert, muss darauf offensichtlich geachtet werden. An den Plattenkreis und den Spulenkreis wurde - wenn die damalige Konvention einghalten wurde - eine Spannung von etwa 6Volt angelegt, und das ist ebenfalls in Übereinstimmung mit der Beschreibung im Klosschen Gutachen.

Wie man an diesem Ausschnitt deutlich sieht, gibt es eine Verbindung zwischen der Lasche h, der Zuführung t, dem Magnetkern K auf die andere Seite der Zwischenplatte und wieder durch den Magnetkern k über die Zuführung zurück zur Lasche h auf der anderen Seite. Die Durchführung wird zwar nirgendwo erwähnt, aber lt. zeichnung ist es offentichlich, dass die beiden Seiten links und rechts über eine durchgesteckte Schraube (grüner Kreis) miteinander verbunden sind.

de7fa089596bf29d817b925782091c5fc2ed748d.JPG
de7fa089596bf29d817b925782091c5fc2ed748d.JPG (36.96 KiB) 1152 mal betrachtet

Weiterhin kann man die Polarität der Magnetkerne bestimmen. In folgendem Ausschnitt kann man jeweils die Stromrichtung der beiden miteinander verbundenen Spulen (Magnete) auf beiden Seiten vergleichen.

3b92fd65e351b4cba493bce8e38a728bbf040c76.JPG
3b92fd65e351b4cba493bce8e38a728bbf040c76.JPG (26.64 KiB) 1152 mal betrachtet

Die Spule auf der Rückseite habe ich mit 1 gekennzeichnet, die Spule, die normalerweise das Pendant darstellen würde (wenn nicht der Auschnitt vorhanden wäre), trägt die Nummer 2. Wie man sieht, ist die Stromrichtung so eingestellt, das jeweils pleiche Pole miteinander verbunden sind und bei zwei benachbarte Spulenpaare jeweils die Polung unterschiedlich ist. Wohin die Laschen führen, ist auf dem nächsten Bild gut zu erkennen. Dort drücken die Laschen gegen Kontakte, von denen Leitungen direkt zu den Platten führen. In dem Verschaltungsplan handelt es sich also um die Verbindung "p", die zwischen den beiden Platten angebracht ist. Um das ganze etwas anschaulicher zu machen, habe ich in der nächsten Grafik den Verschaltungsplan um die Magnetspulen (aber nur als Magnete ohne Spulen) erweitert und die Leitung "p" gelöscht. Sieht doch schon ganz ähnlich wie die Zeichnung im Bios-Bericht aus.

3468cbbfb3633c1af26aa32a94be0337dd7da888.JPG
3468cbbfb3633c1af26aa32a94be0337dd7da888.JPG (49.89 KiB) 1152 mal betrachtet

Fortsetzung folgt....


Gruß Rudi
Benutzeravatar
Rudi
Beiträge: 107
Registriert: 24.05.2018, 06:54

16.06.2018, 10:59

Helveticus hat geschrieben:Rudi, Du hast Dich genauer mit dem Aufbau auseinander gesetzt, als ich. Ich habe nur einen Samstagnachmittag dazu verwendet.

... sont réunies par les conducteurs p ...
... are further connected by means of conductors p ...

Mit p ist also die elektrische Verbindung der Platten durch die Magnetkerne gemeint. Das stimmt wahrscheinlich, denn im gleichen Abschnitt wird erklärt, wie die Platten elektrisch miteinander verschaltet sind.

Die Platte g besteht somit aus Isoliermaterial.

Deiner Interpretation schliesse ich mich nach ungefähr einer weiteren Stunde Auseinandersetzung mit dem Patent an.
Benutzeravatar
Rudi
Beiträge: 107
Registriert: 24.05.2018, 06:54

16.06.2018, 11:05

Helveticus hat geschrieben: Die Platte g besteht somit aus Isoliermaterial.
Ja. Im zweiten BIOS-Bericht (ich nenne den mal im weiteren AVIA-Bericht, das stimmt inhaltlich besser) findet sich auf Seite 76 (https://www.power2world.net/viewtopic.php?p=339#p339):
"In the space between the plates is a verticall board, carrying on each side 18 elektromagnets aranged in zig-zag formation."

Weiterhin gibt es auch noch einen Hinweis auf das Material, aus dem das bestand, und zwar auf der Seite https://www.power2world.net/viewtopic.php?p=376#p376, dort die letzte Seite. Da steht:

"Synthetic bonded paper board"

Das diente nur der Befestigung. Im Patent ist das so aufgebaut, dass man dieses Board leicht gegen ein anderes austauschen kann (nach oben rausziehen), warum auch immer.

Gruß Rudi
Benutzeravatar
Rudi
Beiträge: 107
Registriert: 24.05.2018, 06:54

16.06.2018, 11:07

Als nächstes können wir mal suchen, wo denn eigentlich die Ausgangsspannung/leistung/energie entnommen werden kann. Hierzu steht im Patent:
"Die Stromverbraucher werden mit dem Stromgenerator so verbunden, dass die Leiter mit den Endanschlüssen der Stromkreise o und e, die hierfür zusammengebracht werden, verbunden werden"
Das ist jetzt einfach zu erkennen. Das muss also so aussehen:

Verschaltung2.jpg
Verschaltung2.jpg (50.49 KiB) 1148 mal betrachtet

jetzt muss man noch klären, ob eigentlich dieser ominöse Spulenkreis auch noch irgendwie auf die Magnete gelegt wird. Die Antwort ist nein. Weder im Text des Patents, noch in irgend welchen Zeichungen ist zu erkennen, dass der Spulenstromkreis über die Magnete geführt werden muss. Das ist für mich eine Abweichung zum späteren "Stromerzeuger", aber hier geht es mir ja darum, nachzuvollziehen, ob mit einer solchen Apparatur eine Schwingung zustande kommen kann oder nicht, also bleibt das zunächst mal so. Es ist ja auch nicht klar, ob der BIOS-Bericht die Verhältnisse so richtig beschreibt.
Was dann noch geklärt werden sollte, ist die Polung der Magnete, ob diese absolut gesehen so richtig sind, wie ich sie eingezeichnet habe. Dazu sehen wir uns mal an, welches Magnetpaar eigentlich zur ersten, also zum untersten Plattenpaar gehört. Dazu kann man in der Fig. 1 des Patents erkennen, dass die unterste Platte mit dem hintersten Kontakt verbunden ist, in der Fig. 2 handelt es sich also um das Spulenpaar ganz rechts. In dem folgenden Ausschnitt kann man sich dann die Polung ansehen.

polung.jpg
polung.jpg (26.29 KiB) 1148 mal betrachtet

Daraus folgt, dass das erste Magnetpaar die magn. Nordpole zueinander gewendet hat, also genau so, wie ich das auch eingezeichnet habe.
Weiter können wir uns jetzt mal ansehen, wie eigentlich die Minimalkonfiguration aussehen könnte. Hierbei ist für mich klar, dass die abwechselnde Polung der Magnete dazu führt, dass mindestens zwei Ebenen zu berücksichtigen sind. Vergleiche hierzu den BIOS-bericht und da die Erklärung von Hans Coler:
"A single stage cannot be effective but two stages connected so that the number of effective North ans South poles are equal will provide a basic working arragement. More double stages can than be added to provide higher outputs."
Also muss die Minimalkonfiguration etwa so aussehen:

Verschaltung3.jpg
Verschaltung3.jpg (39.59 KiB) 1148 mal betrachtet

Tja, und hier höre ich dann erstmal mit Erklärungen auf. Jetzt werde ich mal wieder auf den Boden gehen, meinen alten Stromerzeuger hervorkramen und mal sehen, ob ich in dieser einfachen Konstruktion nicht weiterkomme.

Gruß Rudi
Benutzeravatar
Rudi
Beiträge: 107
Registriert: 24.05.2018, 06:54

16.06.2018, 11:11

sowasaberauch hat geschrieben:Ich werde hier auch etwas über den Aufbau des Stromerzeugers philosophieren, wenn es erlaubt ist, da ich denke, dass der Geschichts-Thread dafür nicht geeignet ist, und die Schaltung ja im grossen und Ganzen mit dem Norrby-Patent identisch ist.
Auch wenn der Stromerzeuger wahrscheinlich nicht funktioniert hat, finde ich es trotzdem interessant darüber zu philosophieren, was eventuell die Gedanken dahinter waren.

Ich stimme mit deiner bisherigen Analyse überein.

Nur denke ich persönlich, dass die Schaltung so einfach überhaupt keinen Sinn macht. Ich denke schon, dass wer immer sich hier Gedanken dazu gemacht hat, absichtlich einige Details weggelassen hat. Details wegzulassen ist übliche Praxis bei Patenten, um so einen Schutz zu erhalten und trotzdem nicht genug zu verraten, sodass ein Gerät kopiert werden kann. Und speziell gerade die Verbindung der Platten über die Magnete wird nur rudimentär erklärt, was schon auffällig ist.

Man fragt sich auch wirklich ob die Geschichte des Anwalts korrekt ist, und von Unruh sich das ausgedacht hat, oder ob das wirklich auf Norrbys Mist gewachsen ist. Es könnte ja auch sein dass eventuell Norrby das Teil bei von Unruh gesehen hat und dann das Patent dazu eingereicht hat (er aber die Details bei von Unruh nicht sehen konnte, und diese deshalb fehlen). Oder Norrby hat im Namen von von Unruh die Patente angemeldet???
Egal, schluss mit Spekulation. Machen wir also weiter.

Wie wir ja wissen, ist in der Beschreibung im BIOS-Report die Verschaltung, speziell der Magnete anders ausgeführt. Dort sind diese nämlich als Transformatoren ausgebildet, mit drei Spulenwicklungen.
Auch der AVIA-Bericht spricht ja von drei Wicklungen pro Kern.
So gesehen denke ich, dass die schematische Zeichnung vom BIOS-Report wahrscheinlich eher an der Wahrheit liegt, als das Norrby-Patent. Denn so könnte man sich eventuell eine Schaltung vorstellen, die zu Schwingen beginnt.

Seltsam dabei ist, dass laut BIOS-Report-Schema auch die Flachspulen je über eine Wicklung miteinander verbunden waren. Das passt nicht, weil es ja laut Norrby-Patent nur eine Flachspule pro 2 Platten gab.
Auch die Beschreibung aus dem AVIA-Bericht
"...one side of the coil occupies the full width of a plate..."
macht eigentlich nur Sinn wenn die Flachspule über beide Platten geht, wie im Norrby-Patent.
Irgendwie seltsam...

Wie bereits im anderen Thread erwähnt, finde ich die spezielle Erwähnung des verzinnten Kupferdrahtes auch etwas seltsam.
Laut AVIA-Bericht soll dieser ja für die Flachspulen gewesen sein:
"...are wound flat coils of about 12 turns of 16 SWG tinned copper wire..."
Auch in der AVIA-Materialliste ist der Draht so aufgeführt. Und da die Spulen mit Kupferlackdraht angegeben sind, bleibt eigentlich wirklich nur der Schluss, dass der verzinnte Draht für die Flachspulen benutzt wurde.
Und da es eben normalen Kupferlackdraht für die Spulen gab, ist die Frage wieso man "verzinnten" Kupferdraht für die Flachspulen benutzt hat und nicht den gleichen Kupferlackdraht wie für die Spulen. Beide haben denselben Durchmesser. Es würde also eigentlich auf der Hand liegen, dass man denselben Draht dafür nimmt. Und es ist ja überhaupt nicht so, dass man den Flachspulendraht jetzt besonders oft hätte Löten müssen im Vergleich zu den Spulen.

Bzgl der Diskussion bzgl der Kernsättigung.
Wie einfach das Kernmaterial von damals in die Sättigung zu bekommen war, kann ich leider nicht beurteilen. Dafür müsste man genauere Daten vom damaligen Material haben.

Das Prinzip was mir vorschwebte, ist das, dass ein gesättigter Kern in die eine Richtung praktisch keine Impedanz mehr hat. Da der Kern gesättigt ist, spielt er fast keine Rolle mehr, und die Spule verhält sich beinahe wie eine Luftspule (sehr geringe Impedanz).
In die andere Magnetisierungsrichtung verhält sich der Kern aber völlig normal und die Spule hat dadurch eine sehr hohe Impedanz. Mit Hilfe der Anordung von solchen Spulen kann man einen Gleichrichter aufbauen. Tesla hat dafür mal ein Patent angemeldet.
Das ganze funktioniert solange gut, wie der Strom durch die Spulen nicht so gross ist, dass der Kern ummagnetisiert wird.
In der Anordnung vom BIOS-Report würde dann die eine Batteriewicklung wohl schlicht nur dafür zuständig sein, dass gerade soviel Strom durch die Kerne geht, dass Sie gerade an den Sättigungspunkt gehen. Das würde man dann wohl mit Hilfe von Widerständen genau einzustellen versuchen. Und von Einstell-Widerständen ist auch im BIOS-Report die Rede:
"..some switch resistances necessary for the "adjustment"..."

Man kann auch einen asymmetrischen Resonator damit Aufbauen, wenn man möchte.
Darüber habe ich Mal längere Zeit im HCRS-Forum philosophiert...

Aber eines scheint mir klar zu sein. Allzuviel Energie kann in der Flachspule eigentlich nicht geschwungen haben. Denn die anliegende Kupferplatte ist praktisch ein magnetischer Kurzschluss für die Spule. Generell dürfte die Induktivität dieser Flachspule sehr gering gewesen sein und es stellt sich die Frage ob die Induktivität überhaupt wichtig war.

Ich frage mich, ob es wirklich eine urspüngliche funktionale Idee gab, und falls ja, was für eine?
Im HCRS-Forum bin ich berüchtigt für meine "Ionen-Thesen", und irgendwie könnte man sich auch hier so eine grundlegende Theorie dahinter überlegen.
Was mich z.B. auch seltsam dünkt, ist der Riesenabstand zwischen den Platten (1 Zoll). Wieso? Man muss hier ja nie mehr zukommen um was zu ändern.
Du hast diesen Abstand ja bei deiner Replikation weggelassen. Was wenn für die ursprüngliche Idee der Abstand relevant gewesen wäre?

Als Erklärungsmodell im BIOS-Report wird ja angegeben:
"[...]as well as the normal electrons flowing from the battery and from induction when the circuit is opened or closed, "space electron" flow from "repelling spaces" to "attracting spaces" between the plates[...]"

Das würde zumindest stark nach einer dahinterliegenden Ionen-Theorie sprechen, wo man vielleicht versucht Ionen zwischen den Platten aufzufangen, was den Abstand erklären würde. Dann wären auch die Induktivität der Flachspulen irrelevant, sondern diese wären eher als "Kondensator mit Löchern" benutzt worden.

Das Problem dabei: In normaler Luft hat man hier so gut wie keine Energie dahinter...

Aber ich will nicht weiter mit Spekulationen abschweifen...Sorry!!!
Wäre interessant was andere bzgl. den mehreren Wicklungen, oder dem verzinnten Draht so denken?

Auch frage ich mich wirklich für was die 28 "Paper Boards" waren. Das sind genau soviele, wie es Kupferplatten gab. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein Zufall ist. Hat er diese vielleicht zerschnibbelt und als Spacer benutzt???
Benutzeravatar
Rudi
Beiträge: 107
Registriert: 24.05.2018, 06:54

16.06.2018, 11:12

sowasaberauch hat geschrieben:Bin Mal wieder über das Thema gestolpert und habe mich erinnert, dass da ja eine Sache noch nicht ganz geklärt war: Der Stromerzeuger.

Habe mir nun das Patent nochmals angesehen und eigentlich sofort "verstanden", wie das Teil prinzipiell funktionieren soll. Manchmal ist etwas zeitliche Distanz durchaus von Vorteil...

Wie gesagt, geht es in dem Patent darum eine höhere Spannung zu erzeugen.

IMHO ist es eigentlich klar, dass das Magnetzeug als Transduktoren benutzt wird um einen Schwingkreis aufzubauen (wie beim Magnetstromapperat).
Der Stapel sieht ja vom Aufbau her sehr seltsam aus. Speziell die grossen Abstände zwischen den Platten, dieser offene Aufbau der Spulen, scheinen auf den ersten Blick merkwürdig.

Das macht aber Sinn, denn das Ziel ist ja, eine höhere Spannung zu bekommen. Die Plattenspulen und die Platten bilden einen Kondensator. Sobald es eine Stromänderung durch die Spule gibt, gibt es ein Gegenfeld in der Platte und diese wird weggedrückt von der Spule. Das bewirkt eine Spannungserhöhung im Kondensator. Voilà.

D.h. Die Platten und Spulen müssen sich mechanisch relativ zueinander bewegen können, dass das ganze funktioniert! Deshalb auch der Abstand und der viele Platz. Denn die Luft dazwischen muss ja auch irgendwohin bei den Bewegungen, sonst hat man eine starke pneumatische Dämpfung.
Deshalb hat der Apperat auch Wind erzeugt, wenn man näher hin ging und fühlte.

IMHO deshalb auch die 28 "Paper Boards". Ich denke die hat man benutzt um die Spule teilweise fest daran montieren zu können, sodass Sie sich nicht verwickelt bei den Bewegungen und um etwas Gewicht zu haben, dass der Draht schneller wieder unten liegt.

Wenn man jetzt nochmals die erwähnte BIOS Aussage beurteilt:
"[...]as well as the normal electrons flowing from the battery and from induction when the circuit is opened or closed, "space electron" flow from "repelling spaces" to "attracting spaces" between the plates[...]"

"Repelling spaces" to "attracting spaces" between the plates ist für mich genau das.

Den "Space electron flow" würde ich heute mit elektrischem Feld (vom Kondensator) bezeichnen.

Im Patent selber wird gesagt:
[...]The constant tension is interrupted with very high frequency through the action of the magnet poles as soon as the third circuit is closed and the energy latent in the plates (rising up from below) is released through the high frequency interruptions.

Im französischen Orignal ist das noch offensichtlicher geschrieben:
Par suite de ces interruptions à haute fréquences l'énergie latente dans les plaques est excitée (en croissant de bas en haut).

Speziell im französischen Patent bleibt IMHO eigentlich kein grosser Spielraum bzgl Interpretation (IMHO 2 Arten). IMHO schreibt er, wie die latente Energie im elektrischen Feld des Kondensators "erregt" wird, indem die Platte/Spule sich von unten nach oben erhebt.

Ich denke die anfängliche Fehlinterpretation hier war anzunehmen, dass damit die Energie gemeint ist. Doch IMHO ist die Platte/Spule selbst gemeint.
Das würde jedenfalls IMHO wirklich Sinn machen. Es wäre IMHO sonst sehr unkonventionell zu schreiben, dass es sich "von unten nach oben erhebt", wenn die Energie gemeint ist.

BTW: Eine andere Möglichkeit wäre eventuell, die Platten aus einem permanentmagnetischen Material zu machen. Dann wäre die Funktionsweise offensichtlicher. Aber das geht schlecht mit hohen Frequenzen.

Edit:
OK es gäbe noch eine dritte Interpretation: Dass damit nicht die Energie gemeint war, sondern die Spannung, die von "bas" nach "haut" geht.

Edit2:
Nur noch als Ergänzung: Wie bereits früher beschrieben, macht die Benutzung der Magnete, so wie im Patent beschrieben (oder eben gerade nicht!) keinen Sinn.
Ich denke hier wirklich, dass das ganze nur Sinn macht, wenn Sie so gemacht wird, wie beim Stromerzeuger.
Falls Willi einfach nur das Patent von Norrby gelesen hat, wäre es IMHO schon etwas verwunderlich, wenn er das alles alleine rausgefunden hat (und das in so kurzer Zeit). Also irgendwie ist da schon noch etwas Fleisch am Knochen bzgl der Frage wer der ursprüngliche Erfinder war.
Ich sehe da eigentlich nur 2 Möglichkeiten: Entweder hat Willi einen Prototypen von Norrby gesehen, oder kannte jemanden, der mehr Details über dessen Apparatur wusste, oder Willi ist selbst der Erfinder und Norrby hat nur das Patent für Ihn angemeldet, oder die Idee geklaut.
Benutzeravatar
Rudi
Beiträge: 107
Registriert: 24.05.2018, 06:54

16.06.2018, 11:15

So, das war der letzte Part. Damit ist aus meiner Sicht die Übernahme dieses Themas aus dem alten Forum abgeschlossen.

Gruß Rudi :thumbup:
Ecki
Beiträge: 43
Registriert: 23.06.2018, 20:58

27.07.2018, 16:26

Hallo,

ich möchte ergänzend ein Foto von Robert Norrby einstellen, mit Beschreibung auf Schwedisch.
Er hatte zumindest irgendwie mit Elektrizität zu tun und war anscheinend ein Multitalent.
"Förening" heißt "Verein", evtl. ein Förderverein für die Elektrizitätsverteilung in Rimbo.
Vielleicht kann das jemand besser übersetzen?

Schönen Gruß,
Ecki




Robert Norrby k.jpg
Robert Norrby k.jpg (101.43 KiB) 1065 mal betrachtet


Robert Norrby txt.jpg
Robert Norrby txt.jpg (49.23 KiB) 1065 mal betrachtet




 
asterix
Beiträge: 142
Registriert: 23.05.2018, 08:24

21.11.2018, 13:41

Ich versuche das auch einmal nachzubauen. Das wird wahrscheinlich eine dankbare Aufgabe für den 3D-Drucker. Und eine gute Übung im Umgang mit FreeCad. Ich habe zuerst einmal das Norrby-Patent auseinander gefieselt. Da gibt es einige Unterschiede zur Dokumentation von dem was Coler präsentiert hat.
Die Durchführung wird zwar nirgendwo erwähnt, aber lt. zeichnung ist es offentichlich, dass die beiden Seiten links und rechts über eine durchgesteckte Schraube (grüner Kreis) miteinander verbunden sind.
Soweit ich das sehe, sind im Norrby-Aufbau keine Permanentmagnete vorhanden. Das erklärt auch die einfach durchgezogenen Plattenverbindungen in der Schematik der Patentschrift. Die Spulen um die Eisenkerne hat er dort einfach weggelassen.

Im ersten Schritt habe ich einen schematischen Stromlaufplan für ein System mit 10 Platten in 3D erstellt. Die FreeCad-Datei ist als Anlage unten angehängt. Benutzt wurde die Version 0.17  0.16. Ändern dürfte schwierig sein wenn man noch nie mit dem Programm gearbeitet hat. Das Anschauen aller 3 Dimmensionen sollte aber problemlos für jeden möglich sein. Die Verschaltung stimmt mit dem überein, was Rudi schon erroiert hat.

Norrby_schema_21_11_18_vorn.gif
Norrby_schema_21_11_18_vorn.gif (43.29 KiB) 244 mal betrachtet

Norrby_schema_21_11_18_hinten.gif
Norrby_schema_21_11_18_hinten.gif (60.56 KiB) 244 mal betrachtet

Die Platten sind im Patent als leitende Metallplatten bezeichnet. Coler hat da laut Rudis Doku Kupferplatten benutzt. Damit werde ich es auch einmal versuchen.

Norrby_schema_21_11_18_pverb.gif
Norrby_schema_21_11_18_pverb.gif (52.21 KiB) 244 mal betrachtet

Die im Patent als p bezeichneten Verbindungen dürften die miteinander verbundenen Spulenkerne sein.


Norrby_FCStd_21_11_2018.zip
(511.27 KiB) 5-mal heruntergeladen

[EDIT 09.12.1918]   Benutzt wurde die Version Freecad 0.16
Zuletzt geändert von asterix am 09.12.2018, 10:20, insgesamt 1-mal geändert.
Das ist meine persönliche Meinung dazu. Basierend auf einer nach bestem Wissen und Gewissen recherchierten Faktenlage.
Benutzeravatar
Rudi
Beiträge: 107
Registriert: 24.05.2018, 06:54

22.11.2018, 09:21

asterix hat geschrieben:
21.11.2018, 13:41
Ich versuche das auch einmal nachzubauen. Das wird wahrscheinlich eine dankbare Aufgabe für den 3D-Drucker....

...Coler hat da laut Rudis Doku Kupferplatten benutzt. Damit werde ich es auch einmal versuchen....

Kupferplatten aus dem 3D-Drucker ?? :shock:
asterix
Beiträge: 142
Registriert: 23.05.2018, 08:24

22.11.2018, 11:02

Natürlich nur das Gestell . Das Ding kann nur Filament aus Kuststoff drucken :problem: . 12 Kupferplatten (10cm*20cm) hab ich mir bestellt. Die werden in etwa 4 Wochen kommen. Das Gestell ist noch nicht geplant. Das ganze wird also etwas dauern.
Das ist meine persönliche Meinung dazu. Basierend auf einer nach bestem Wissen und Gewissen recherchierten Faktenlage.
Benutzeravatar
Rudi
Beiträge: 107
Registriert: 24.05.2018, 06:54

22.11.2018, 12:17

Achso, das geht ganz schön ins Geld, Kupferplatten sind nicht billig, weiß ich aus eigener Erfahrung :problem: Nimmst Du für die Magnete auch ARMCO-Eisen?
asterix
Beiträge: 142
Registriert: 23.05.2018, 08:24

22.11.2018, 14:02

Ja, die Kosten sind da schon hart an der Schmerzgrenze. Wenn man sich die beim Chinesischen Kollegen bestellt, dann kommt man auf 2.5€-3€ pro Platte in der Größe. Dauert dann halt in der Regel 2-6 Wochen. Stäbe in ARMCO-Eisen hab ich noch keine gefunden. Für einen Tip wäre ich da dankbar. Notfalls habe ich da an normale Zylinderstifte aus Eisen gedacht, die man dann nochmal weich glühen könnte.
Das ist meine persönliche Meinung dazu. Basierend auf einer nach bestem Wissen und Gewissen recherchierten Faktenlage.
Benutzeravatar
Rudi
Beiträge: 107
Registriert: 24.05.2018, 06:54

22.11.2018, 16:00

AKsteel hat so etwas im Angebot. Wenn ich das richtig lese, Armco reineisen mit 2cm Durchmesser und 4m Länge (hüstel). Findet man im Internet unter:
https://www.aksteel.de/niederlassungen/
asterix
Beiträge: 142
Registriert: 23.05.2018, 08:24

22.11.2018, 20:09

Danke für die Info. Ich glaube ich probiere es erst einmal mit den Stiften
Das ist meine persönliche Meinung dazu. Basierend auf einer nach bestem Wissen und Gewissen recherchierten Faktenlage.
Ecki
Beiträge: 43
Registriert: 23.06.2018, 20:58

24.11.2018, 18:59

Nabend,

man könnte es auch mit Platinen, also gedruckter Schaltung probieren.
Doppelt kaschierte Cu-Leiterplatten, eine Seite Flachspule, die andere Seite zwei Flächen.
Ein Design könnte ich machen, mit Ausfräsung in der Mitte, erledigen würde es Conrad, o. Ä.
Sowas ist evtl. auch in Pertinax zu bekommen, wahrscheinlich teurer.
Die "Staade Zeit" naht schnell.

Schönen Gruß,
Ecki
asterix
Beiträge: 142
Registriert: 23.05.2018, 08:24

25.11.2018, 11:15

Ich habe die Kupferplatten schon bestellt. Für die Flachsspulen lasse ich mir Rahmen ausdrucken. Die kann man dann auch leicht ändern. Das Ganze wird ziemlich modular aufgebaut.
Das ist meine persönliche Meinung dazu. Basierend auf einer nach bestem Wissen und Gewissen recherchierten Faktenlage.
Ecki
Beiträge: 43
Registriert: 23.06.2018, 20:58

04.12.2018, 00:57

Servus Asterix,

das find ich gut, schon bevor ich gesehen habe, daß der Norrby Thread durch Dich wieder auflebt, hatte ich den gleichen Gedanken.
Es sollte jetzt etwas Echtes angegangen werden, in Verbindung mit den gestressten Stahldrähten, usw.
Ich habe vor, "Es" mit meiner Platinenversion zu versuchen; heute Abend bin ich mit dem Layout soweit fertig geworden.
Rosa ist "Kupfer unten", blau ist Kupfer oben.


Norrby 01.jpg
Norrby 01.jpg (329.57 KiB) 108 mal betrachtet


Dazu habe ich heute die Preise für 1 St. bis 10 St. dieser 500mm x 200mm Monster beim Hersteller online kalkulieren lassen.
Kupferauflage 105µm, dreimal so dick wie Standard, die Oberflächen als blankes Kupfer.
Die Fläche verursacht natürlich die Hauptkosten, es wird für mich ein schönes Weihnachstgeschenk; habe so an 6-8 Stück gedacht...
Und ich hätte sie gerne zu den Feiertagen auf dem Gabentisch; 8-9 Arbeitstage plus Versand, also muß ich zügig bestellen, aber noch 1x drüber schlafen.

Dann wünsche ich uns viel Erfolg bei dem Projekt. Interessante Messungen werden auf jeden Fall möglich.

Schönen Gruß,
Ecki
 
Ecki
Beiträge: 43
Registriert: 23.06.2018, 20:58

05.12.2018, 19:07

Servus,

übrigens, ich glaube (und mehr als Glauben haben wir ja nicht), daß es nicht so wichtig ist, genau "ARMCO" Eisen zu verwenden.
M. E.  sollte es möglichst weiches Eisen sein, also rein und mit wenig Kohlenstoffgehalt.
Und wenn es magnetisch weich sein soll, dann muss es abschliessend geglüht werden, das ist wichtig.

Schönen Gruß,
Ecki
Antworten
  • Information